
Der kommerzielle Luftverkehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten wird weiterhin über die Emergency Security Control of Air Traffic (ESCAT)-Korridore abgewickelt, ein Regime, das erstmals während des Raketen- und Drohnenangriffs im Februar eingeführt wurde und in einem am 17. April 2026 von der britischen Risikoberatung Solace Global veröffentlichten sicherheitspolitischen Lagebericht für den Golf bestätigt wurde. Unter ESCAT muss jede Flugbewegung individuelle Start- und Landezeiten von der General Civil Aviation Authority der VAE sowie der gemeinsamen militärisch-zivilen Luftoperationszentrale genehmigt bekommen. Die Slot-Zulassungen werden nur wenige Stunden vor dem Abflug erteilt, was die Fluggesellschaften zwingt, kurzfristige, laufend aktualisierte Flugpläne zu veröffentlichen und den Geschäftsreisemanagern kaum Spielraum für Notfallplanungen lässt. Obwohl seit dem 14. April keine Angriffe mehr auf die VAE verzeichnet wurden, warnt Solace, dass der Luftraum mit „minimaler Vorwarnzeit“ geschlossen werden könnte, falls der fragile Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran bei Ablauf am 21. April zusammenbricht. Der Luftraum Kuwaits ist komplett geschlossen, Bahrains Luftraum ist zwar technisch offen, aber von zahlreichen Flugausfällen betroffen, und Katar ist nur für seine nationale Fluggesellschaft zugänglich. In den VAE operieren der Dubai International Airport (DXB), Dubai World Central (DWC) und der Abu Dhabi Zayed International Airport (AUH) mit etwa 60–70 Prozent ihres Vorkriegsflugplans; Passagiere werden dringend gebeten, nicht zum Flughafen zu kommen, es sei denn, sie wurden direkt von ihrer Fluggesellschaft kontaktiert. Für Unternehmen ist die größte Herausforderung die Unvorhersehbarkeit: Kundentermine, Projektmobilisierungen und der Transport wertvoller Fracht sind weiterhin möglich, allerdings nur, wenn Reisende großzügige Zeitpuffer einplanen und flexible Hotel- sowie Mietwagenbuchungen vornehmen. Mobilitätsteams erinnern zudem daran, dass das Filmen oder Live-Streamen von Raketenabwehrmaßnahmen nach den Cyberkriminalitätsgesetzen der VAE verboten ist – die Polizei in Dubai bestätigte diese Woche eine Festnahme nach Überwachung einer privaten WhatsApp-Gruppe. Praktische Tipps: PNRs in den Airline-Apps speichern und Push-Benachrichtigungen aktivieren, doppelte Buchungen über alternative Routen via Muscat oder Riad vornehmen und Reisende über das Risiko hoher Geldstrafen bei der Verbreitung von „Gerüchten oder Falschmeldungen“ zu Sicherheitsvorfällen in sozialen Medien informieren.
Quelle: Solace Global