
Das britische Innenministerium bestätigte am 16. Mai 2026, dass London und Paris sich darauf geeinigt haben, die Pilotvereinbarung „One-in, One-out“ zur Rückführung von Asylsuchenden zwischen den beiden Ländern zu verlängern. Ursprünglich sollte das Abkommen am 11. Juni auslaufen, läuft nun jedoch bis zum 1. Oktober weiter, während die Behörden dessen Wirksamkeit überprüfen. Das im Juli letzten Jahres gestartete Verfahren erlaubt es dem Vereinigten Königreich, für jeden Asylsuchenden, der legal über reguläre Umsiedlungskanäle aus Frankreich nach Großbritannien kommt, einen Bootsflüchtling zurück nach Frankreich zu schicken. Minister beider Seiten betonten, dass das Ziel darin bestehe, illegale Überfahrten über den Ärmelkanal zu verhindern und Schleusernetzwerke zu zerschlagen. Die bisherige Zahl ist überschaubar: 605 Personen wurden nach Frankreich zurückgeschickt, während 581 legal ins Vereinigte Königreich eingereist sind. Kritiker bemängeln, dass das Abkommen Menschen lediglich zwischen zwei sicheren Ländern hin- und herreicht, ohne die eigentlichen Schutzbedürfnisse zu adressieren. Migrantenrechtsorganisationen sprechen von „staatlich sanktioniertem Menschenhandel“ und verweisen auf Berichte, wonach Rückkehrer im französischen Asylsystem verschwinden oder Gefahr laufen, gemäß Dublin-Verordnung sekundär nach Bulgarien abgeschoben zu werden. Aus Sicht der Wirtschaftsmobilität signalisiert die Verlängerung, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Großbritannien auch im Sommer volatil bleiben wird. Arbeitgeber, die Mitarbeiter über den Kanal entsenden, sollten mit verstärkten Identitätskontrollen an den Häfen, intensiverer Prüfung von Dokumenten bei Van- und Lkw-Fahrern sowie möglichen Verzögerungen rechnen, wenn Polizeikräfte durch Bootsflüchtlingsaktivitäten gebunden sind. Unternehmen, die auf kurzfristige grenzüberschreitende Reisen angewiesen sind – insbesondere in den Bereichen Logistik, Filmproduktion und Profisport – sollten zusätzliche Vorlaufzeiten einplanen und die „Rückführungsflüge“ des Innenministeriums beobachten, die gelegentlich Charterkapazitäten ab London Southend und Lille beanspruchen. Für die Zukunft kündigen die Behörden an, bis zum Herbst zu bewerten, ob die Pilotmaßnahme die Überfahrten reduziert. Sollten die Zahlen weiter sinken, könnte London auf einen dauerhaften Vertrag drängen; andernfalls stehen beide Hauptstädte unter Druck, vor dem Winter alternative Abschreckungsmaßnahmen zu entwickeln, bevor die rauen Seeverhältnisse erneut Bootsabfahrten einschränken.
Quelle: The Guardian
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