
Am 12. Juni strandeten Tausende von Passagieren, als eine Welle von Flugausfällen und mehrstündigen Verspätungen Qantas und dessen Billigtochter Jetstar in Sydney, Melbourne, Brisbane sowie auf wichtigen Trans-Tasman-Strecken traf. Die Reiseplattform The Traveler führt die Störungen auf eine perfekte Kombination aus Personalmangel, IT-Problemen und winterlichen Wetterengpässen zurück. Unabhängige Daten von FlightAware, die im Bericht zitiert werden, zeigen über 50 gestrichene Flüge und Hunderte verspätete Verbindungen innerhalb von 24 Stunden. Besonders regionale Flughäfen wie Adelaide litten stark, da das dünne Flugangebot kaum Umbuchungsmöglichkeiten bot. Der jüngste Zusammenbruch rückt die Zuverlässigkeit der Airlines erneut in den Fokus – nur wenige Wochen nachdem die Productivity Commission EU-ähnliche Entschädigungsregelungen für erhebliche Verspätungen ins Spiel gebracht hatte. Verbraucherschützer argumentieren, dass ohne schärfere Sanktionen die Fluggesellschaften keinen Anreiz hätten, in operative Widerstandsfähigkeit zu investieren. Geschäftsreisende werden dazu angehalten, Pufferzeiten in ihre Reisepläne einzubauen, Apps auf Gate-Änderungen zu überwachen und Belege für mögliche Erstattungsansprüche aufzubewahren. Einige multinationale Unternehmen verlegen kritische Meetings vorübergehend ins Internet, um verpasste Anschlussflüge zu vermeiden. Branchenbeobachter prognostizieren, dass anhaltende Pünktlichkeitsprobleme die Forderungen nach einem unabhängigen Luftfahrt-Ombudsmann verstärken und Unternehmen dazu bringen könnten, ihre Fluggesellschaften auch auf regionalen Monopolstrecken zu diversifizieren.
Quelle: The Traveler