
Nur Stunden nachdem Neu-Delhi eine vorsichtige Wiedereröffnung der Straße von Hormus signalisiert hatte, veröffentlichte das indische Zollportal ICEGATE am 14. Juni 2026 eine Mitteilung, wie Exporteure mit bereits unterwegs befindlichen Sendungen umgehen sollen, die aufgrund der 100-tägigen Sperrung umkehren mussten. Ein neuer Dummy-Hafen-Code „IRHMZ“ wurde eingeführt, um bei der Einreichung von Sea Arrival Manifests und Änderungen an Versandpapieren die Fälle abzuwickeln, bei denen die Fracht in einem indischen Hafen ankommt, ohne die Exportabfertigung abgeschlossen zu haben. Laut Protokoll müssen Reedereien die Reise elektronisch als „Auslandsfahrt – zurückgekehrt“ neu klassifizieren und etwaige Rückerstattungsansprüche für Zölle erneut anmelden. Exporteure, die die Waren nach Sicherung des Korridors erneut exportieren wollen, können dies unter der ursprünglichen Lizenz tun, müssen jedoch eine Eigenbestätigung mit Verweis auf die ICEGATE-Mitteilung beifügen. Den Zollbehörden wurde angewiesen, Strafgebühren für verspätete Änderungen zu erlassen, sofern diese innerhalb von sieben Tagen nach dem Wiedereingang eingereicht werden. Diese Regelung ist besonders wichtig für Exporteure aus den Bereichen Automobil, Pharma und Textil, deren Container auf dem Weg nach Europa über Jebel Ali oder Bandar Abbas unterwegs waren und mitten auf der Reise zurückgerufen wurden. Ohne den Dummy-Code hätten die Systeme die Fracht als nicht angemeldete Küstenbewegung behandelt, was Bußgelder und Compliance-Untersuchungen nach sich gezogen hätte. Spediteure rechnen diese Woche mit einem Anstieg der Änderungsanträge, da die Reedereien entscheiden müssen, ob sie vor Anker warten, den Umweg um das Kap nehmen oder nach Indien zurückkehren. Unternehmen mit Just-in-Time-Lieferketten sollten mit längeren Zollabfertigungszeiten in den Häfen Mumbai und Mundra rechnen und möglicherweise dringende Sendungen trotz hoher Treibstoffzuschläge per Luftfracht umleiten. Die Klarstellung zu Dokumenten und Strafbefreiungen schafft sofortige operative Sicherheit, verdeutlicht aber auch, wie geopolitische Engpässe Zollvorschriften und Liquidität von Exporteuren beeinflussen können.
Quelle: ICEGATE
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