
Der Bahninfrastrukturbetreiber RFI bestätigte am 15. Juni um 13:00 Uhr, dass die Hochgeschwindigkeitszüge zwischen Melzo und Brescia nach einer nächtlichen Unterbrechung, die von den Justizbehörden wegen eines Signalfehlers angeordnet wurde, wieder planmäßig verkehren. Die Sperrung hatte Trenitalia und Italo dazu gezwungen, mehrere Frecciarossa- und Italo Evo-Verbindungen auf der wichtigen Strecke Mailand-Verona-Venedig umzuleiten oder ausfallen zu lassen, was für Reisende mit Anschlussflügen am Flughafen Mailand Malpensa und Venedig Marco Polo bis zu 90 Minuten längere Fahrzeiten bedeutete. RFI-Techniker führten zusätzliche Sicherheitsprüfungen am ERTMS-System durch und tauschten eine Reihe von Gleisstromkreisen aus, bevor sie die Freigabe erteilten. Obwohl keine Gefahr für die Fahrgäste festgestellt wurde, setzen die Staatsanwälte die Untersuchung der Wartungsprotokolle der letzten sechs Monate fort. Die kurze Sperrung verdeutlicht die Verwundbarkeit der Mobilitätsachse Norditaliens, insbesondere für multinationale Unternehmen, die auf Tagespendelverbindungen zwischen dem Finanzzentrum Mailand und den Industriegebieten in der Lombardei und Venetien angewiesen sind. Reiseverantwortliche sollten beachten, dass alternative Regionalstrecken nicht über die Kapazität für umfangreiche Umleitungen verfügen, sodass künftige Betriebseinstellungen erhebliche Folgeverspätungen auslösen könnten. Um solche Risiken zu minimieren, fördern Unternehmensmobilitätsrichtlinien zunehmend flexible Tickets, die eine Umbuchung am selben Tag bei konkurrierenden Anbietern ermöglichen. Die Bahnunternehmen haben zudem ihre Pläne beschleunigt, redundante digitale Stellwerke zu installieren und Echtzeit-Störungs-APIs mit Großkunden zu teilen. RFI kündigte an, innerhalb von 15 Tagen einen vollständigen technischen Bericht zu veröffentlichen und den Ausbau der nächsten Generation von Balisen zu beschleunigen, die ohne längere Streckensperrungen ausgetauscht werden können.
Quelle: RFI (Italian Rail Network)