
Der Billigflieger-Riese Ryanair kritisiert das kürzlich von Wien angekündigte Unterstützungsprogramm für die Luftfahrtbranche in Höhe von 30 Millionen Euro als unzureichend. Gleichzeitig behält Österreich eine Passagierabgabe von 12 Euro sowie überdurchschnittlich hohe Flughafengebühren bei. Die Fluggesellschaft warnte, dass sie Flugzeuge nach Bratislava und andere kostengünstigere Basen verlagern könnte, falls sich die finanziellen Rahmenbedingungen nicht verbessern. Regierungsvertreter argumentieren, die Subventionen würden die steigenden Kosten für Flugsicherung und Energie ausgleichen, doch Branchenverbände bemängeln das Fehlen einer langfristigen Wettbewerbsstrategie. Seit 2021 sind die Gebühren am Flughafen Wien um 30 Prozent und die Flugsicherungsgebühren um 60 Prozent gestiegen, so Schätzungen der Branche. Der Streit ist auch für globale Mobilitätsprogramme relevant, da Ryanair wichtige inner-europäische Strecken bedient, die von kurzfristigen Entsandten und kostenbewussten Geschäftsreisenden genutzt werden. Ein Rückzug könnte Unternehmen zwingen, auf teurere traditionelle Airlines auszuweichen oder Mitarbeiter über Bratislava umzuleiten, was zusätzliche Transferzeiten und CO₂-Emissionen verursacht. Analysten weisen darauf hin, dass die jährlichen Einnahmen aus der österreichischen Luftverkehrsabgabe von rund 140 Millionen Euro die einmalige Subvention von 30 Millionen Euro bei Weitem übersteigen und somit widersprüchliche Anreize setzen. Mehrere EU-Staaten haben kürzlich ähnliche Abgaben reduziert oder abgeschafft, um nach der Pandemie Kapazitäten anzuziehen. Bleibt Wien hinter diesen Entwicklungen zurück, droht ein Verlust von Marktanteilen gerade zur Hochsaison im Tourismus. Einkäufer im Geschäftsreisemanagement sollten daher für das dritte und vierte Quartal Notfallbudgets einplanen und intermodale Bahn-Flug-Optionen prüfen, insbesondere für Inlandsflüge, bei denen das erweiterte ÖBB-Nachtzugnetz eine attraktive Alternative darstellt.
Quelle: Aviation.Direct
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