
Die beiden internationalen Flughäfen Roms – Fiumicino (FCO) und Ciampino (CIA) – könnten das neue EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) während der Hauptreisezeit von Juni bis September vorübergehend aussetzen. Marco Troncone, Geschäftsführer von Aeroporti di Roma (AdR), erklärte gegenüber der Financial Times und bestätigte dies später der italienischen Tageszeitung The Local, dass es bei der Registrierung von Passagieren aus Drittstaaten bereits zu Wartezeiten von „zwei bis drei Stunden“ kommt. Diese Passagiere müssen nun vor der Ein- oder Ausreise in den Schengen-Raum Fingerabdrücke und ein Gesichtsscan abgeben. Das EES ist in Italien seit dem 10. April 2026 nach einer achtmonatigen Pilotphase in Fiumicino und Mailand Malpensa verpflichtend. Gemäß EU-Verordnung 2017/2226 können Mitgliedstaaten einen „Flexibilitätsmechanismus“ nutzen, der eine sechsstündige Aussetzung erlaubt, wenn die Wartezeiten 45 Minuten überschreiten. AdR warnt, dass ohne diese Entlastung der neue Prozess die Passagierströme in der Hochsaison lähmen und die Pünktlichkeit der Fluggesellschaften gefährden könnte. Ein entsprechendes Dekret der italienischen Regierung liegt noch nicht vor, doch die Behörden informieren Brüssel täglich über die Lage. Geschäftsreisende sollten Nicht-EU-Mitarbeiter und Konferenzteilnehmer darauf hinweisen, dass die erstmalige biometrische Registrierung auch bei kurzen Warteschlangen noch 30 bis 40 Minuten dauern kann. Vielflieger im Schengen-Raum, die bereits registriert sind, berichten von Abfertigungszeiten, die mit dem alten Stempelverfahren vergleichbar sind. Unternehmen könnten Ankunftszeiten großer Gruppen staffeln, zusätzliche Wartezeiten einplanen oder Reisende über Mailand, Venedig oder Bologna leiten, wo das EES-Aufkommen geringer ist. Auch die Fluggesellschaften passen die Mindestumsteigezeiten in Rom an, da ankommende Nicht-EU-Passagiere das EES durchlaufen müssen, bevor sie ihr Gepäck für Inlandsverbindungen erneut einchecken können. Langfristig beschleunigt AdR die Installation von 70 zusätzlichen E-Gates und setzt mobile Registrierungsteams in den Ankunftshallen ein. Die Flughäfen rechnen mit einer vollständigen Entspannung, sobald das begleitende EU-Reisesystem ETIAS 2027 in Betrieb geht, das die meisten Daten bereits vor der Ankunft erfasst.
Quelle: The Local Italy