
Mit weitreichenden Folgen für Personalplaner hat das Ministerium für Arbeit, Einwanderung, Ausbildung und Kompetenzentwicklung in Ontario am vergangenen Freitag die Verordnung 422/17 im Rahmen des Ontario Immigration Act neu gefasst – die Änderungen wurden am 28. Juni in Fachmedien bestätigt. Alle acht bisherigen Einwanderungswege – darunter die beliebten Programme für ausländische Arbeitskräfte, internationale Studierende mit Jobangebot und Human Capital Priorities – wurden aufgehoben. Stattdessen hat die Provinz einen einzigen, punktebasierten „Ontario Workforce Priority“-Stream geschaffen, der Kandidaten direkt aus dem bundesweiten Express Entry-Pool rekrutiert, sobald dieser im Spätsommer wieder öffnet. Im Gegensatz zu den früheren berufsbezogenen Kategorien ist die neue Regelung bewusst kategorieneutral gestaltet und gibt dem Minister die Befugnis, gezielt Kandidaten aufzurufen, die den „aktuellen und aufkommenden Arbeitsmarktbedürfnissen“ entsprechen. Behörden betonen, dass das vereinfachte System die Nominierungsprozesse beschleunigen und Ontario mehr Flexibilität bei der gezielten Ansprache gefragter Berufe bieten wird, während sich die wirtschaftlichen Bedingungen verändern. Für Arbeitgeber bedeutet dies zunächst eine vorübergehende Pause: Ontario hat sein Expression of Interest (EOI)-Portal am 25. Juni geschlossen, um auf das neue System umzustellen. Bereits eingereichte Anträge werden weiterbearbeitet, neue Registrierungen sind jedoch bis zur Veröffentlichung eines überarbeiteten Bewertungsschemas – voraussichtlich im August – ausgesetzt. Mobility-Manager sollten ihre Talentpools überprüfen, die auf den nun abgeschafften Employer Job-Offer-Streams basierten. Kandidaten müssen möglicherweise ihre Comprehensive Ranking System (CRS)-Punkte durch zusätzliche Sprachtests, Aufwertung von Bildungsabschlüssen oder gesicherte Arbeitsstellen erhöhen, um bei den Einladungen im Workforce Priority-Stream wettbewerbsfähig zu bleiben. Ontarios Reform folgt einem Trend, den auch British Columbia und Alberta bereits Anfang des Jahres mit der Zusammenlegung mehrerer Unterkategorien in breitere, nachfrageorientierte Programme gesetzt haben. Diese Entwicklung zeigt, dass die Provinzen ihre Nominierungsquoten künftig strategischer einsetzen wollen, da die bundesweiten Aufnahmezahlen für 2026 bei 395.000 stabil bleiben.
Quelle: AVIO Immigration Weekly Digest
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