
Marco Troncone, Geschäftsführer der Flughäfen von Rom, forderte am 29. Juni die Europäische Kommission auf, eine vorübergehende Aussetzung des Ein- und Ausreisesystems (EES) für Juli und August zu genehmigen. Er warnte vor „mehrstündigen Warteschlangen“ an den Flughäfen Fiumicino und Ciampino. Obwohl der Appell aus Italien stammt, sind die Auswirkungen auch in Frankreich deutlich spürbar, wo ähnliche Engpässe bereits zu langen Schlangen an Charles-de-Gaulle, Orly und Lyon geführt haben. EU-Vorschriften erlauben bereits eine teilweise Aussetzung der biometrischen Erfassung zu Spitzenzeiten, doch Branchenverbände fordern eine generelle Ausnahmeregelung, bis Personalstärke und Anzahl der Terminals verbessert sind. Die französischen Flughafenbetreiber ADP und VINCI beobachten die italienische Initiative genau; ein gemeinsamer Vorstoß Südeuropas könnte Paris den politischen Rückhalt geben, ebenfalls eine Moratorium zu beantragen – zumal die Olympischen Spiele den Passagieraufkommen voraussichtlich um 15 Prozent steigern werden. Für multinationale Unternehmen, die Mitarbeiter durch den Schengen-Raum schicken, bergen unterschiedliche nationale Regelungen Compliance-Risiken: Ein in Spanien registrierter Reisender könnte in Frankreich dennoch Erstverfahren durchlaufen müssen, wenn die Aussetzungsregeln abweichen. Einwanderungsberater empfehlen daher, großzügige Umsteigezeiten einzuplanen und sicherzustellen, dass Reisepässe trotz häufiger Handhabung maschinenlesbar bleiben. Sollte Brüssel den Antrag auf Aussetzung ablehnen, müssten die Flughäfen auf manuelle Verfahren zurückgreifen. Dies würde die Überstundenkosten der französischen Grenzpolizei erhöhen, die bereits durch anhaltende Streiks wegen Gehaltsforderungen belastet ist. Beide Szenarien – Aussetzung oder Personalaufstockung – haben erhebliche finanzielle und organisatorische Folgen für die Mobilitätsteams der Unternehmen.
Quelle: The Connexion