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Luftfahrtverbände fordern von der EU die Möglichkeit zur Notfallsuspendierung des EES angesichts fünfstündiger Grenzwartezeiten

Juli 2, 2026
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Luftfahrtverbände fordern von der EU die Möglichkeit zur Notfallsuspendierung des EES angesichts fünfstündiger Grenzwartezeiten
Belgische Urlauber, die diese Woche vom Flughafen Brüssel abfliegen, wurden gewarnt, dass das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union so störend ist, dass die Luftfahrtbranche bei Brüssel um die Erlaubnis bittet, es während des sommerlichen Spitzenverkehrs vorübergehend auszuschalten. In einem offenen Brief vom 1. Juli 2026 erklärten ACI Europe, Airlines for Europe (A4E) und die Internationale Luftverkehrsvereinigung (IATA) an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dass das System einen „kritischen Punkt“ erreicht habe. An mehreren Schengen-Flughäfen, darunter Brüssel, kommt es zu Grenzkontrollstaus von bis zu fünf Stunden, da nun jeder Nicht-EU-Reisende vor der Ein- oder Ausreise Fingerabdrücke und ein Gesichtsfoto vorlegen muss. Das im April vollständig eingeführte EES sollte die manuelle Passstempelung ersetzen und die Einhaltung der 90/180-Tage-Regel verschärfen. Stattdessen verursachen die längeren Kontrollzeiten laut Airlines verpasste Anschlussflüge, verspätete Abflüge und überfüllte Terminals. Die drei Organisationen fordern, dass die Mitgliedstaaten rechtlich befugt werden, die biometrische Erfassung auszusetzen, sobald die Passagierzahl die Kapazität der Grenzkontrollstellen übersteigt – zumindest für Juli und August. Zudem streben sie bis September einen dauerhaften „operativen Flexibilitätsmechanismus“ an, der es erlaubt, das EES in klar definierten Ausnahmefällen zu pausieren, ähnlich den orangefarbenen Schneefallplänen in der Flugsicherung. Für belgische Unternehmen, die auf häufige Reisen angewiesen sind – von Life-Sciences-Firmen in Wallonien bis zu Tech-Start-ups rund um Leuven – sind die Folgen gravierend. Lange Warteschlangen erhöhen das Risiko verpasster Anschlussflüge, gefährden Just-in-Time-Lieferketten und treiben die Fürsorgepflichtkosten in die Höhe. Reisebüros raten ihren Kunden bereits, längere Umsteigezeiten an Brüssel, Charleroi und anderen Schengen-Drehkreuzen einzuplanen. Sollte die Kommission nicht nachgeben, rechnen Experten mit einem Anstieg der Käufe von Premium-Pässen und einem möglichen Wechsel auf die Bahn für Geschäftsreisen in Nachbarländer, was die Wettbewerbsposition des Flughafens Brüssel als Business-Reise-Drehkreuz schwächen würde. Eine vorübergehende Aussetzung könnte zwar den unmittelbaren Druck mindern, würde aber die Grenzpolizei vor die Herausforderung stellen, die Sicherheitsstandards ohne die jahrelang aufgebaute biometrische Datenbank aufrechtzuerhalten. In jedem Fall sollten multinationale Unternehmen mit Niederlassungen in Belgien ihre Reisenden auf mögliche Verzögerungen vorbereiten, die Echtzeit-Warteschlangendaten der Flughafen-App BRUce beobachten und ihre Reiseversicherung für verpasste Anschlussflüge überprüfen. Zudem gilt es, die Mitteilungen der Kommission in den kommenden Tagen im Auge zu behalten, da vor dem Hauptferienansturm im Juli eine schnelle Entscheidung erwartet wird.
Quelle: Euronews

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