
Nur wenige Stunden nachdem Eurowings bestätigt hatte, seine kleine Basis am Flughafen Graz zu schließen, erhöhte Ryanair den Druck auf die österreichische Regierung, die sogenannten „wettbewerbsfeindlichen“ Luftverkehrsabgaben abzuschaffen. In einer späten Stellungnahme am 3. Juli 2026 erklärte die irische Billigfluggesellschaft, dass hohe Passagiersteuern und Flughafenentgelte Fluggesellschaften aus Regionalflughäfen verdrängen und warnte, dass zukünftige Investitionen in benachbarte Märkte abwandern könnten, sofern die Kosten nicht sinken. Graz verlor im vergangenen Winter seine einzige stationierte Airline, als Ryanair zwei Flugzeuge und 15 Strecken nach Wiedereinführung der österreichischen Ticketsteuer von 12 Euro einstellte. Der Ausstieg von Eurowings im Oktober wird die steirische Landeshauptstadt ohne übernachtende Jets zurücklassen und die frühmorgendliche Anbindung, die für exportorientierte KMU entscheidend ist, weiter einschränken. Ryanair droht nun, falls Wien die Abgabe nicht abschafft, geplante Kapazitätserweiterungen im Wert von bis zu einer Milliarde US-Dollar in Flugzeuge und Arbeitsplätze nach Italien, Polen oder Kroatien zu verlagern. Für Mobilitätsmanager besteht die unmittelbare Gefahr, dass Punkt-zu-Punkt-Verbindungen für intra-europäische Reisende, die auf sekundäre Flughäfen setzen, um Staus in Wien zu vermeiden, reduziert werden. Unternehmen mit Produktionsstandorten in Südostösterreich könnten längere Bodenwege oder höhere Tarife über Wien oder München in Kauf nehmen müssen. Die Notfallplanung sollte auch Schienenalternativen wie die ÖBB Railjet-Verbindungen berücksichtigen, die täglich sechs Direktzüge zwischen Graz und dem Flughafen Wien anbieten. Der Streit verdeutlicht zudem, wie Umweltsteuern unbeabsichtigte regionale Nebenwirkungen auslösen können. Österreich hatte die Steuer 2024 erhöht, um Passagiere bei Inlandsreisen stärker auf die Bahn zu lenken, doch Analysten des Luftfahrt-Denkfabrik T3 warnen vor einer „steuerbedingten Erreichbarkeitslücke“, falls weitere Airlines Eurowings und Ryanair aus den Provinzmärkten folgen.
Quelle: TravelWise
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