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Biometrisches Ein- und Ausreisesystem sorgt in Deutschland für Rekordstaus und Beschwerden an Flughäfen

Juli 6, 2026
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Biometrisches Ein- und Ausreisesystem sorgt in Deutschland für Rekordstaus und Beschwerden an Flughäfen
Geschäfts- und Freizeitreisende, die an diesem Wochenende durch Deutschlands wichtigste Verkehrsknotenpunkte kamen, sahen sich mit fünfstündigen Warteschlangen bei der Passkontrolle konfrontiert – dem schlimmsten Stau seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Engpässe werden auf das neue biometrische Ein- und Ausreisesystem der EU (EES) zurückgeführt, das seit dem 10. April 2026 voll einsatzfähig ist und nun Fingerabdrücke sowie Gesichtsaufnahmen aller Nicht-Schengen-Staatsangehörigen bei Ein- und Ausreise erfasst. Frankfurt und München, die beiden größten Schengen-Außengrenzen Deutschlands, bearbeiteten im vergangenen Jahr rund 37 Millionen Passagiere aus Drittstaaten; sie geben an, dass die zusätzlichen 45 bis 60 Sekunden pro Person ausreichen, um das System in den Sommer-Spitzenzeiten an seine Kapazitätsgrenzen zu bringen. Der Flughafenbetreiber Fraport hat 650 Aushilfskräfte eingestellt, die ausschließlich für die Betreuung der Wartebereiche und die Verteilung von Wasser zuständig sind, während Lufthansa den Passagieren empfiehlt, „mindestens drei Stunden vor Abflug“ am Flughafen zu sein.

Hinter den langen Warteschlangen steckt auch ein Anstieg formeller Streitfälle. Die Schlichtungsstelle Reise & Verkehr verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres 2026 etwa 29.400 Entschädigungsanträge – ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025. 83 Prozent der Fälle betrafen verpasste oder stark verspätete Flüge. Die Schlichtungsstelle löst vier von fünf Fällen durch Mediation, warnt jedoch vor „einer beispiellosen Sommerwelle“, falls die Technik nicht stabilisiert wird. Verbraucherrechtsplattformen weisen zudem darauf hin, dass Passagiere keinen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung bei Grenzwartezeiten haben, sodass die Fluggesellschaften entweder Kulanzkosten tragen oder mit einem Reputationsverlust rechnen müssen. Der Flughafenverband ACI Europe hat die EU-Kommission offiziell gebeten, die biometrischen Kontrollen im Juli und August auszusetzen. Die Kommission antwortete am Freitag, das System sei „stabil“ und die Mitgliedstaaten müssten „für ausreichendes Personal sorgen“. Insider berichten, dass die Bundespolizei Schwierigkeiten hat, Beamte mit der erforderlichen IT-Freigabe für den Betrieb der EES-Kioske zu rekrutieren, während eine Ausschreibung für 150 zusätzliche elektronische Gates aufgrund von Vergabebeschwerden ins Stocken geraten ist.

Biometrisches Ein- und Ausreisesystem sorgt in Deutschland für Rekordstaus und Beschwerden an Flughäfen


Unternehmensreisemanager passen bereits ihre Richtlinien an: Mehrere DAX-Unternehmen empfehlen ihren Mitarbeitern, europäische Anschlussflüge am selben Tag nur bei einer Umsteigezeit von mehr als vier Stunden zu planen. Mobilitätssteuerexperten warnen, dass verpasste Anschlussflüge unbeabsichtigt zu einer längeren physischen Anwesenheit in Deutschland führen und unerwartete Lohnsteuerpflichten nach der 183-Tage-Regel auslösen können. Reise-Risikofirmen raten dazu, flexible Tarife zu buchen, zusätzliche Akkukapazitäten mitzunehmen (da Sitzplätze in den Überlaufzonen knapp sind) und die biometrische Fast-Lane von Lufthansa/Star Alliance zu nutzen, wo verfügbar – obwohl auch dort die Kapazitäten begrenzt sind.

Blickt man in die Zukunft, erwarten Analysten eine Entspannung der Warteschlangen, sobald das Begleitsystem ETIAS (die elektronische Reisegenehmigung für visumfreie Besucher) Ende 2026 startet, da die Vorabkontrolle eine risikobasierte Zuweisung der Kontrollspuren ermöglicht. Bis dahin könnte Deutschlands Rolle als verkehrsreichster externer Luftverkehrsknotenpunkt der EU zum Belastungstest für die Sommerpläne aller Fluggesellschaften werden.
Quelle: boerse-global / ad-hoc-news

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