
Der internationale Reiseverkehr in und durch die Vereinigten Arabischen Emirate steht vor einer neuen Welle von Störungen, nachdem mehr als ein Dutzend großer Fluggesellschaften ihre Flugaussetzungen im Nahen Osten über Nacht verlängert haben. Auslöser war die zwölfte Nacht in Folge von US-Luftangriffen auf iranische Ziele in und um die Straße von Hormus am 23. Juli. Während die USA betonen, dass die Kampagne dem Schutz des Handelsschiffsverkehrs dient, berichten die Fluggesellschaften, dass die militärische Aufrüstung kritische Teile des regionalen Luftraums „kurzfristig unvorhersehbar“ gemacht hat. Air France, die ursprünglich geplant hatte, ihre Verbindungen nach Dubai und Riad am 20. Juli wieder aufzunehmen, kündigte nun an, dass beide Strecken mindestens bis zum 27. Juli eingestellt bleiben. KLM hat die Wiederaufnahme der Flüge nach Dubai, Dammam und Riad auf den 23. August verschoben, und British Airways hat die schrittweise Rückkehr nach Dubai, Doha und Bahrain bis Ende Oktober verschoben und streicht die Verbindung nach Dschidda dauerhaft. Auch asiatische Fluggesellschaften zeigen sich vorsichtig: Singapore Airlines und Cathay Pacific haben ihre Flugaussetzungen nach Dubai bis zum 24. Oktober verlängert; Philippine Airlines setzt die Manila-Dubai-Flüge bis zum 2. Oktober aus. Die Golf-Drehkreuze bleiben zwar geöffnet, doch Passagiere spüren die Auswirkungen durch längere Umwege, reduzierte Flugfrequenzen und kurzfristige Flugzeugwechsel. Die Airlines bieten gebührenfreie Umbuchungen oder Rückerstattungen an, doch Geschäftsreisende klagen über knappe Verfügbarkeiten in der Premium-Kabine während der Sommerhochsaison. Auch Frachtspediteure rechnen mit steigenden Kosten, da die Kapazitäten für Fracht im Frachtraum großer Flugzeuge auf wichtigen Europa-GCC-Routen schwinden. Für in den VAE ansässige Unternehmen lautet die operative Empfehlung: Zusätzliche Pufferzeiten in Reisepläne einbauen, die Frachttermine der Kunden genau im Blick behalten und Mitarbeiter darauf hinweisen, dass Flüge kurzfristig umgeleitet werden können. Reiseverantwortliche sollten zudem prüfen, ob die Mitarbeiter-Versicherung auch Umleitungen über risikoreichere Flughäfen wie Doha oder Maskat abdeckt, die einen Teil des umgeleiteten Verkehrs aufnehmen.
Quelle: The National
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