
Die grenzüberschreitende Guangzhou–Shenzhen–Hongkong Expressbahn (XRL) hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 mehr als 16 Millionen Fahrgäste befördert – der höchste Halbjahreswert seit der Eröffnung des Dienstes im Jahr 2018. Laut der MTR Corporation liegt die durchschnittliche tägliche Fahrgastzahl nun bei über 92.000 Fahrten, an Wochenenden werden regelmäßig Spitzenwerte von über 120.000 erreicht, mit einem Rekord von fast 150.000 Fahrgästen an einem einzigen Tag am 4. April während der Oster- und Qingming-Feiertage. Der Verkehr wird vor allem von Freizeit- und Kurzstreckengeschäftsreisenden zwischen Hongkong, Shenzhen, Guangzhou und anderen Städten in Guangdong angetrieben. Analysten betonen, dass diese Zahlen zeigen, wie eng die Wirtschaften der Greater Bay Area (GBA) zusammenwachsen: Hongkonger betrachten Shenzhen zunehmend als Erweiterung ihres Konsum- und Arbeitsraums, während Fachkräfte vom Festland in den Süden reisen, um Finanz- und Luftfahrtverbindungen zu nutzen. Um die Nachfrage im Premiumsegment zu bedienen, hat MTR eine Partnerschaft mit der Plaza Premium Group geschlossen und wird noch in diesem Sommer eine aufgewertete Business-Class-Lounge am West Kowloon-Terminal eröffnen. Die Einrichtung bietet private Arbeitskabinen, Duschmöglichkeiten und Gepäckträgerdienste auf dem Bahnsteig – Annehmlichkeiten, die vor allem Geschäftsreisende ansprechen sollen, die sonst fliegen oder mit dem Auto fahren würden. Investoren weisen darauf hin, dass Zusatzumsätze aus Lounges, Einzelhandel und Ticket-Upgrades zu einer neuen wichtigen Einnahmequelle für den Bahnbetreiber werden. Der Anstieg der Fahrgastzahlen erfolgt parallel zu beschleunigten Grenzoptimierungsprojekten auf beiden Seiten. Das vom Legislativrat genehmigte Huanggang-Port-Gesetz wird eine gemeinsame Einwanderungsabfertigung ermöglichen, sobald der neu gestaltete Grenzübergang im nächsten Jahr eröffnet wird. Gleichzeitig führt die Einwanderungsbehörde Hongkongs KI-gestützte „Face Easy e-Channels“ an den Kontrollpunkten ein. Zusammen sollen diese Maßnahmen die Abfertigungszeit auf wichtigen Korridoren von 30 auf unter 10 Minuten reduzieren und so die Attraktivität der Bahn für Tagesgeschäftsreisen weiter steigern. Für multinationale Unternehmen ist die Botschaft klar: Regionale Mitarbeiter können nun ein pendlerähnliches Netz nutzen, das Hongkongs globalen Finanzdienstleistungssektor mit Shenzhens Technologielieferketten in weniger als 20 Minuten verbindet. Mobilitätsmanager sollten ihre Reisepolitiken anpassen – insbesondere bei Kilometerpauschalen und Tagegeldregelungen –, um der wachsenden Dominanz der Bahn gegenüber Kurzstreckenflügen und Autofahrten Rechnung zu tragen.
Quelle: South China Morning Post
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