
Eine Studie der Universität Hongkong (HKU), veröffentlicht am 22. Juli, zeigt, dass eine intensive Überwachung von Krankheitserregern bei Transitpassagieren an nur zwei großen Luftverkehrsdrehkreuzen – dem Hongkonger Internationalen Flughafen und dem Zayed International Airport in Abu Dhabi – die globale Erkennungszeit für neue Virusvarianten um bis zu drei Tage verkürzen könnte. Der Hauptautor, Professor Leo Poon, erklärte im lokalen Radio, dass Proben ausgewählter Umsteigepassagiere einen Echtzeit-Überblick über den weltweiten Virenverkehr liefern würden, da diese beiden Drehkreuze an wichtigen Ost-West-Routen liegen. Früherkennung ermögliche es Regierungen, Einreisebestimmungen gezielt anzupassen, „bevor kleine Ausbrüche zu milliardenschweren Reiseeinschränkungen eskalieren“. Für Hongkong untermauern die Ergebnisse die Bestrebungen der Regierung, den Flughafen im Rahmen des Air-Transport Sustainable Hub-Konzepts als „International Health Station“ neu zu positionieren. Führungskräfte der Flughafenbehörde bestätigten, dass Verhandlungen mit Fluggesellschaften laufen, um freiwillige Speicheltests in Premium-Lounges für Vielflieger zu integrieren – eine Maßnahme, die besonders bei Geschäftsreisenden, die künftige Störungen vermeiden wollen, auf Interesse stoßen dürfte. Experten im Bereich öffentliche Gesundheit begrüßen die Kosteneffizienz dieses Modells: Statt tausende Ankünfte pauschal zu testen, würden Labore sich auf statistisch relevante Transitgruppen konzentrieren. Dadurch könnte das Gesundheitsamt Hongkongs im Vergleich zum während der Covid-19-Pandemie 2022-23 kurzzeitig eingeführten universellen PCR-Testregime jährlich rund 120 Millionen HK-Dollar einsparen. Herausforderungen bei der Umsetzung bleiben bestehen. Datenschützer warnen, dass anonymisierte Genomdaten dennoch auf Einzelpersonen zurückverfolgt werden könnten, während Fluggesellschaften Verzögerungen an den Boarding-Gates befürchten. Dennoch passen multinationale Unternehmen mit großen Expatriate-Gemeinschaften in Hongkong bereits ihre Krisenpläne an, um der Studie zufolge verstärkt auf „drehkreuzbasierte Bio-Überwachung“ zu setzen.
Quelle: South China Morning Post
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