
Der österreichische Infrastrukturbetreiber ASFINAG hat eine intensive Sommerinstandhaltungskampagne auf fünf strategischen Korridoren in Niederösterreich gestartet. Ab dem 11. Juli müssen Fernfahrer auf der Westautobahn (A1), dem Wiener Außenring (A21), der Südautobahn (A2), der Ostautobahn (A4) sowie auf Abschnitten der Wiener Südosttangente (A23) mit verengten Fahrspuren, Tempolimits und zeitweisen nächtlichen Sperren rechnen. Das größte Projekt ist die 54 Millionen Euro teure Erneuerung von acht Kilometern der A1 zwischen St. Pölten-Süd und Völlerndorf, wo Betonplatten ausgetauscht und Lärmschutzwände modernisiert werden. Zwei Fahrspuren bleiben offen, die Geschwindigkeit wird jedoch auf 80 km/h reduziert, was zu Spitzenzeiten bis zu 25 Minuten Verzögerung auf der Strecke Wien–Linz bedeutet. Auf dem A21-Ring wird der Asphalt zwischen Brunn am Gebirge und Vösendorf bis zu 20 cm abgefräst, was die Kapazität der Hauptumfahrung, die zum Flughafen Wien und nach Slowakei führt, einschränkt. ASFINAG betont, dass die umfangreichen Arbeiten bewusst in die Schulferien gelegt wurden, wenn das Pendleraufkommen geringer ist, räumt aber ein, dass die Kombination aus Touristenverkehr und Baustellen Engpässe verursachen wird. Güterverkehr aus Deutschland oder Tschechien, der über Ungarn zum Balkan-Korridor fährt, sollte die S1-Außenringstraße nutzen oder Nachtfahrten einplanen. Geschäftsreisende von Wien zu internationalen Terminen in Graz, Bratislava oder Salzburg sollten mindestens eine halbe Stunde Pufferzeit einplanen. Gute Nachrichten gibt es für Pendler: Nach jahrelangen Fahrbahnverschiebungen stehen auf der A23 am Praterknoten nur noch „Feinarbeiten“ an, was ab September einen reibungsloseren Zugang ins Wiener Stadtzentrum verspricht. ASFINAG hebt zudem hervor, dass alle Baustellen mit digitalen Fahrspurmanagement-Systemen und Echtzeitdaten ausgestattet sind, die Fuhrparkmanager in ihre Software integrieren können. Da in Österreich für Pkw eine Vignettenmaut gilt, verursachen Umfahrungen über Landesstraßen keine zusätzlichen Kosten – für Lkw hingegen bedeutet die kilometerabhängige GO-Box-Maut, dass jede Umleitung Mehrkosten verursacht. Unternehmen mit zeitkritischen Lieferketten werden daher aufgefordert, sich mit Kunden abzustimmen und den Baustellen-Newsletter von ASFINAG zu nutzen, um Routen frühzeitig anzupassen.
Quelle: ORF Niederösterreich
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