
Bei einer Pressekonferenz am 14. September 2026 sagte ANAC-Generaldirektor Tiago Faierstein voraus, dass Brasilien bis Dezember einen „deutlichen Rückgang“ bei Fällen von Passagierdisziplinlosigkeit verzeichnen werde – dank der am selben Morgen in Kraft getretenen Resolution 800/2026. Faierstein berichtete, dass die Fluggesellschaften im Jahr 2025 insgesamt 1.764 Vorfälle registrierten – etwa fünf pro Tag – und der Trend Anfang 2026 weiter anstieg. Die Regulierungsbehörde ist überzeugt, dass die Kombination aus Geldstrafen von 17.500 R$, Flugverboten von sechs bis zwölf Monaten und einer nationalen No-Boarding-Liste als Abschreckung wirkt, sobald die Passagiere erkennen, dass Sanktionen sofort und koordiniert bei allen Airlines durchgesetzt werden. Der Branchenverband ABEAR unterstützt diese Prognose und weist darauf hin, dass schon eine einzige Umleitung die Gewinnmarge eines gesamten Fluges zunichtemachen und die Pünktlichkeit im Streckennetz, insbesondere auf der stark von Geschäftsreisenden genutzten Luftverbindung São Paulo–Rio, erheblich stören kann. Die Gewerkschaften der Kabinenbesatzung kündigten an, die Umsetzung genau zu beobachten, um die Wahrung der Verfahrensrechte und eine angemessene Schulung im Umgang mit den unter den neuen Regeln erlaubten Rückhaltevorrichtungen sicherzustellen. ANAC räumte ein, dass die strengere Linie wahrscheinlich zu mehr Rechtsstreitigkeiten führen wird, argumentierte jedoch, dass gerichtliche Auseinandersetzungen „Teil der Lernkurve“ seien und das Regelwerk im Laufe der Zeit verbessern würden. Die Behörde plant, die Vorfalldaten nach der Hauptreisezeit zu Weihnachten auszuwerten und gegebenenfalls die Strafhöhen anzupassen oder die Verbotsliste auf internationale Strecken brasilianischer Fluggesellschaften auszuweiten.
Quelle: UOL / Agência Estado