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Österreich veröffentlicht Mangelberufsliste 2026 und erweitert Möglichkeiten für die Rot-Weiß-Rot-Karte

Okt. 14, 2026
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Österreich veröffentlicht Mangelberufsliste 2026 und erweitert Möglichkeiten für die Rot-Weiß-Rot-Karte
Österreich hat die jährliche Fachkräfteverordnung für 2026 im Bundesgesetzblatt vom 14. Oktober 2026 veröffentlicht. Die Verordnung aktualisiert die nationale Mangelberufsliste, die die Grundlage für das Rot-Weiß-Rot-Karten-Programm bildet – dem wichtigsten Weg, um Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Österreich zu holen.

Was hat sich geändert?
• Die Liste umfasst nun 64 Berufe, nach 58 im Vorjahr, darunter neue Kategorien wie Fahrdienstleiter, Elementarpädagoginnen und -pädagogen sowie IT-Techniker im Bereich Künstliche Intelligenz.
• Die regionalen Anhänge wurden komplett überarbeitet: Jedes Bundesland hat nun eine eigene Teil-Liste, die lokale Fachkräftelücken widerspiegelt – von Tierärzten in Oberösterreich bis zu Photovoltaik-Monteuren in Tirol.
• Gesundheitsberufe bleiben stark vertreten: Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger, medizinisch-technische Laboranten und Ärztinnen und Ärzte qualifizieren sich weiterhin bundesweit, was darauf hindeutet, dass Krankenhäuser auch künftig auf internationale Rekrutierung setzen.

Hintergrund und Treiber
Die Arbeitslosenquote in Österreich liegt bei 5,6 %, dennoch klagen ganze Branchen über chronische Fachkräftemängel. Die demografische Entwicklung verschärft die Lage: Die Erwerbsbevölkerung wird in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich um 220.000 Personen schrumpfen. Die Regierung nutzt daher die Mangelberufsliste, um Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse für Drittstaatsangehörige zu beschleunigen, wenn kein geeigneter inländischer Arbeitsmarktteilnehmer gefunden wird. Unternehmen, die ein kollektivvertraglich geregeltes Gehalt zahlen und eine angemessene Unterkunft nachweisen, können Bewerber in nur acht Wochen sponsern, sofern die Position auf der Liste steht.

Österreich veröffentlicht Mangelberufsliste 2026 und erweitert Möglichkeiten für die Rot-Weiß-Rot-Karte


Auswirkungen für Unternehmen
Multinationale Unternehmen mit Tätigkeiten in den Bereichen Technik, Bau, IT oder Gesundheitswesen in Österreich sollten ihre Personalplanungen umgehend überprüfen. Neu auf Bundesebene aufgenommene Berufe qualifizieren landesweit, was bedeutet, dass ein Produktionsbetrieb in Wien nun beispielsweise einen Landmaschinenmechaniker aus dem Ausland ohne Arbeitsmarktprüfung einstellen kann. Regionale Ergänzungen eröffnen Chancen für Niederlassungen außerhalb der Hauptstadt, allerdings müssen die Mitarbeiter am jeweiligen Standort im Bundesland eingesetzt werden.

Praktische Tipps
1. Frühzeitig Anträge stellen: Die Wiener Einwanderungsbehörde verzeichnet jeden Januar, wenn die Kontingente neu vergeben werden, einen Anstieg der Anträge um 30 %.
2. Kollektivvertragsgehälter prüfen: Die Gehaltsschwellen orientieren sich am jeweils geltenden Kollektivvertrag, nicht an den staatlichen Mindestlöhnen.
3. Die „Vorabgenehmigung“ beim Arbeitsmarktservice (AMS) nutzen, um die Bearbeitungszeit um etwa zehn Tage zu verkürzen.

Fazit
Die erweiterte Mangelberufsliste stellt die bedeutendste Liberalisierung der Fachkräftezuwanderung seit der Reform des Punktesystems 2022 dar. Arbeitgeber mit akuten Fachkräftelücken – insbesondere in den Bereichen Schwertechnik, Verkehr und Gesundheitswesen – profitieren 2026 von einem breiteren Berufsspektrum und klareren regionalen Rekrutierungsmöglichkeiten für Nicht-EU-Fachkräfte.
Quelle: RIS – Austrian Legal Information System

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