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Politiker warnen: Ländliche Kantone könnten bei Annahme der Schweizer Einwanderungsobergrenze von 10 Millionen benachteiligt werden

Dez. 28, 2025
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Politiker warnen: Ländliche Kantone könnten bei Annahme der Schweizer Einwanderungsobergrenze von 10 Millionen benachteiligt werden
Die umstrittene „10-Millionen-Initiative“ der Schweiz trat am 27. Dezember 2025 in eine neue Phase ein, als zentristische und linksgerichtete Parlamentarier vor den möglichen Folgen für Randregionen warnten. Die von der rechtsgerichteten Schweizerischen Volkspartei (SVP) lancierte Initiative würde den Bund verpflichten, das Abkommen über die Personenfreizügigkeit mit der EU zu kündigen, falls die Einwohnerzahl vor 2050 die Marke von zehn Millionen überschreitet.

Ständerat Benedikt Würth (Die Mitte/SG) erklärte gegenüber CH-Media, dass die grössten Verlierer die Kantone sein würden, die bereits mit dem demografischen Wandel kämpfen. Bundesprognosen zeigen, dass Graubünden und das Tessin stark altern; ohne Zuwanderung drohen dort Arbeitskräftemangel in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Tourismus. Nationalrat Jon Pult (SP/GR) ergänzte, dass periphere Täler auf ausländische Saisonarbeitskräfte und Grenzgänger angewiesen sind, um öffentliche Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. SVP-Senatorin Esther Friedli entgegnete, dass kontrollierte Zuwanderung weiterhin über Kontingente für Drittstaaten möglich sei und eine Begrenzung des Wachstums den Druck auf Wohnraum und Infrastruktur mindern würde.

Politiker warnen: Ländliche Kantone könnten bei Annahme der Schweizer Einwanderungsobergrenze von 10 Millionen benachteiligt werden


Die Initiative wird voraussichtlich im Juni 2026 landesweit zur Abstimmung kommen und damit eine weitere heikle Auseinandersetzung über die bilateralen Beziehungen der Schweiz zu Brüssel auslösen. Bei Annahme würde eine zweijährige Frist zur Neuverhandlung oder Kündigung der Personenfreizügigkeit beginnen, was das gesamte Paket der Bilateralen I-Abkommen (einschliesslich des gegenseitigen Marktzugangs für Dienstleistungen, Verkehr und Forschung) gefährden würde. Wirtschaftsverbände wie Economiesuisse warnen, dass die Unsicherheit ausländische Investitionen abschrecken und innerbetriebliche Versetzungen erschweren könnte, die auf dem derzeitigen vereinfachten Registrierungssystem für EU-Entsandte basieren.

Für HR- und Global-Mobility-Teams ist der politische Zeitplan eng: Die Planung für Talentpools nach 2026, insbesondere in Mangelberufen (IT, Life Sciences, Gastgewerbe), muss jetzt beginnen. Multinationale Unternehmen mit regionalen Hauptsitzen in Zürich, Basel oder Zug simulieren Personalbedarfe unter der Annahme von jährlichen Kontingenten und Arbeitsmarktprüfungen für EU-Einstellungen, ähnlich wie sie heute für Drittstaaten gelten. Mehrere Kantone setzen sich in Bern dafür ein, sektorspezifische Ausnahmen zu erwirken, falls die Initiative angenommen wird.

In den kommenden Monaten wird der Bundesrat voraussichtlich seine offizielle Empfehlung veröffentlichen, während die Mitte-Partei einen parlamentarischen Gegenvorschlag ausarbeitet, der sich auf Wohnraumangebot und Berufsbildung statt auf Zuwanderungsbeschränkungen konzentriert. Die Debatte zeigt, dass die Bevölkerungspolitik – und ihre Auswirkungen auf Visaregelungen – die Mobilitätsagenda der Schweiz bis weit ins Jahr 2026 prägen wird.
Quelle: Watson

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