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EU stellt erstmals Visastrategie vor – Was das für brasilianische Reisende und Arbeitgeber bedeutet

Jan. 30, 2026
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EU stellt erstmals Visastrategie vor – Was das für brasilianische Reisende und Arbeitgeber bedeutet
Die Europäische Kommission hat am 29. Januar ihre erste EU-Visastrategie vorgestellt – ein politischer Fahrplan, der in den nächsten zehn Jahren die Vergabe von Kurz- und Langzeitvisa in den Schengen-Staaten prägen wird. Obwohl das Dokument als allgemeine Leitlinie formuliert ist, haben die Empfehlungen – von der vollständigen Digitalisierung der Visaverfahren bis hin zu Anreizen zur Gewinnung hochqualifizierter Fachkräfte – unmittelbare Auswirkungen auf brasilianische Staatsbürger, multinationale Unternehmen und Mobility-Manager.

Im Rahmen des Plans wird die Kommission Projekte der Mitgliedstaaten fördern, die bis 2030 Antragsformulare, biometrische Erfassung und Gebührenzahlung vollständig online abwickeln. Derzeit beantragen jährlich fast 300.000 Brasilianer Schengen-Visa, die meisten davon mit Papierformularen in ausgelagerten Visazentren. Die Umstellung auf eine durchgängig digitale Antragstellung verspricht kürzere Wartezeiten, geringere Kurierkosten und eine transparentere Nachverfolgung für die Reisemanagement-Abteilungen von Unternehmen. Die Strategie bestätigt zudem, dass mit dem Start des Ein- und Ausreisesystems (EES) an allen Außengrenzen im April 2026 Brasilianer keine Passstempel mehr erhalten; Ein- und Ausreisen werden automatisch erfasst, was Unternehmen sauberere Daten für Sorgfaltspflichtprüfungen liefert.

EU stellt erstmals Visastrategie vor – Was das für brasilianische Reisende und Arbeitgeber bedeutet


Besonders wichtig für brasilianische Start-ups und Forschungseinrichtungen ist, dass die Kommission die Strategie mit einer Empfehlung zur Gewinnung von Talenten für Innovationen kombiniert hat. Sie fordert die Mitgliedstaaten auf, beschleunigte Visaverfahren und „Talent-Hubs“ für Unternehmer und Forscher aus Nicht-EU-Ländern einzurichten. Brasilianische Tech-Profis – bereits die größte lateinamerikanische Gruppe, die von den Start-up-Visa in Frankreich und Portugal profitiert – könnten von einer Verkürzung der Bearbeitungszeiten von Monaten auf Wochen profitieren, wenn die Hauptstädte der Empfehlung folgen.

Das Dokument deutet auch auf strengere Sicherheitskontrollen hin: Visadatenbanken, EES und das kommende Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS) werden interoperabel, sodass Grenzbeamte mehrere Systeme mit einer einzigen Abfrage durchsuchen können. Mobility-Teams sollten daher sicherstellen, dass die persönlichen Daten der Mitarbeitenden in Pässen, Visaanträgen und Tickets übereinstimmen; Abweichungen können Treffer auslösen und zu einer sekundären Kontrolle führen.

Für brasilianische Unternehmen ergeben sich daraus zwei zentrale Erkenntnisse: Kurzfristig sollten Reisende mit schrittweisen Verfahrensänderungen rechnen – mehr Fingerabdrucktermine, Pilotprojekte für E-Visa-Portale und verpflichtende Online-Zahlungen. Strategisch sollten Personal- und Global-Mobility-Verantwortliche prüfen, wie die neuen Talentmaßnahmen die EU-Expansionspläne unterstützen können, insbesondere in forschungsintensiven Branchen wie Fintech, erneuerbare Energien und Agrartechnologie, in denen Brasilien vergleichbare Stärken besitzt.
Quelle: European Commission – DG Migration & Home Affairs

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