
Die Europäische Kommission nutzte ihre Pressekonferenz am 29. Januar in Brüssel, um drei eng miteinander verknüpfte Dokumente zu veröffentlichen, die den Personenverkehr im Schengen-Raum bis 2031 prägen werden: (1) eine Europäische Strategie für Asyl- und Migrationsmanagement, (2) eine EU-Visapolitik-Strategie und (3) eine Empfehlung zur Gewinnung globaler Talente. Obwohl sich die Texte an alle 27 Mitgliedstaaten richten, betonte die Österreichische Vertretung bei der EU in einer Mitteilung am selben Tag, dass Wien während der Verhandlungen besonders auf die Talent-Säule gedrängt habe. Innenkommissar Magnus Brunner – selbst Österreicher – erklärte gegenüber Journalisten, Europa müsse „irreguläre Einreisen reduzieren, aber selektive, qualifikationsbasierte Einreisen erhöhen.“
Für Manager der globalen Mobilität sind die praktischsten Vorschläge besonders auffällig. Erstens will Brüssel bis 2028 eine einheitliche digitale Antragsplattform für alle Kurzaufenthaltsvisa (C-Visa) einführen und damit das derzeitige Flickwerk an Konsularwebseiten ersetzen. Zweitens sollen die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, 90 % der Arbeitsvisa- und Blue-Card-Anträge innerhalb von 45 Tagen zu entscheiden. Drittens fordert die Kommission einen EU-weiten „Talentpool“, in dem Arbeitgeber qualifizierte Drittstaatsangehörige finden können, die ihr Interesse an einem Umzug registriert haben. Die österreichische Wirtschaftskammer setzt sich seit Langem für eine solche Matching-Plattform ein und verweist darauf, dass die eigene Arbeitslosenquote von 4,3 % den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht hat.
Im Bereich der Durchsetzung setzt die Strategie verstärkt auf Grenztechnologie. Alle Schengen-Staaten, einschließlich Österreich, müssen bis zum 10. April 2026 das biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) in Betrieb nehmen und mit ihren Asyldatenbanken verknüpfen. Ein gesonderter Vorschlag sieht vor, dass Frontex bis zu 10.000 Grenzschutzkräfte entlang der Westbalkan-Route – Wiens Hauptanliegen – innerhalb von 72 Stunden bei einem Anstieg entsenden kann. Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt über eine Aufstockung des EU-Integrierten Grenzmanagementfonds um 3 Milliarden Euro.
Die Reaktion Österreichs fällt insgesamt positiv aus. Das Innenministerium begrüßte strengere Rückführungsregelungen, betonte jedoch, dass Talentprogramme „nicht zu Hintertüren für Missbrauch werden dürfen.“ Arbeitgeberverbände konzentrierten sich hingegen auf die Chancen: Nach dem Entwurf dürfen Mitgliedstaaten nationale Schnellverfahren für Berufe mit Fachkräftemangel einrichten. Wien wird voraussichtlich dafür lobbyieren, Maschinenbauingenieure, IT-Spezialisten und Altenpfleger in die EU-weite Mangelberufsliste aufzunehmen, was Kandidaten automatisch ein vereinfachtes Visum ermöglichen würde.
Die nächsten Schritte gehen zügig voran. Rat und Parlament beginnen im März mit Trilogverhandlungen, mit dem Ziel, die Maßnahmen vor der Sommerpause zu verabschieden. Unternehmen sollten sich daher jetzt auf kürzere Visa-Bearbeitungszeiten, zusätzliche biometrische Kontrollen an österreichischen Grenzen und neue Rekrutierungskanäle einstellen, die die Beschaffungskosten für schwer zu besetzende Stellen senken könnten.
Für Manager der globalen Mobilität sind die praktischsten Vorschläge besonders auffällig. Erstens will Brüssel bis 2028 eine einheitliche digitale Antragsplattform für alle Kurzaufenthaltsvisa (C-Visa) einführen und damit das derzeitige Flickwerk an Konsularwebseiten ersetzen. Zweitens sollen die Mitgliedstaaten verpflichtet werden, 90 % der Arbeitsvisa- und Blue-Card-Anträge innerhalb von 45 Tagen zu entscheiden. Drittens fordert die Kommission einen EU-weiten „Talentpool“, in dem Arbeitgeber qualifizierte Drittstaatsangehörige finden können, die ihr Interesse an einem Umzug registriert haben. Die österreichische Wirtschaftskammer setzt sich seit Langem für eine solche Matching-Plattform ein und verweist darauf, dass die eigene Arbeitslosenquote von 4,3 % den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen erreicht hat.
Im Bereich der Durchsetzung setzt die Strategie verstärkt auf Grenztechnologie. Alle Schengen-Staaten, einschließlich Österreich, müssen bis zum 10. April 2026 das biometrische Ein- und Ausreisesystem (EES) in Betrieb nehmen und mit ihren Asyldatenbanken verknüpfen. Ein gesonderter Vorschlag sieht vor, dass Frontex bis zu 10.000 Grenzschutzkräfte entlang der Westbalkan-Route – Wiens Hauptanliegen – innerhalb von 72 Stunden bei einem Anstieg entsenden kann. Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt über eine Aufstockung des EU-Integrierten Grenzmanagementfonds um 3 Milliarden Euro.
Die Reaktion Österreichs fällt insgesamt positiv aus. Das Innenministerium begrüßte strengere Rückführungsregelungen, betonte jedoch, dass Talentprogramme „nicht zu Hintertüren für Missbrauch werden dürfen.“ Arbeitgeberverbände konzentrierten sich hingegen auf die Chancen: Nach dem Entwurf dürfen Mitgliedstaaten nationale Schnellverfahren für Berufe mit Fachkräftemangel einrichten. Wien wird voraussichtlich dafür lobbyieren, Maschinenbauingenieure, IT-Spezialisten und Altenpfleger in die EU-weite Mangelberufsliste aufzunehmen, was Kandidaten automatisch ein vereinfachtes Visum ermöglichen würde.
Die nächsten Schritte gehen zügig voran. Rat und Parlament beginnen im März mit Trilogverhandlungen, mit dem Ziel, die Maßnahmen vor der Sommerpause zu verabschieden. Unternehmen sollten sich daher jetzt auf kürzere Visa-Bearbeitungszeiten, zusätzliche biometrische Kontrollen an österreichischen Grenzen und neue Rekrutierungskanäle einstellen, die die Beschaffungskosten für schwer zu besetzende Stellen senken könnten.
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