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GBTA warnt: Geplante ESTA-Datenerfassung könnte Geschäftsreisen in die USA beeinträchtigen

Feb. 10, 2026
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GBTA warnt: Geplante ESTA-Datenerfassung könnte Geschäftsreisen in die USA beeinträchtigen
Die Global Business Travel Association (GBTA) hat erneut scharfe Kritik an der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) wegen umfassender neuer Datenerfassungspläne für Nutzer des Electronic System for Travel Authorization (ESTA) geübt.

In formellen Stellungnahmen, die am 6. Februar eingereicht und am 9. Februar veröffentlicht wurden, warnt die weltweit größte Lobbyorganisation für Geschäftsreisen davor, dass der Entwurf – der unter anderem fünf Jahre Social-Media-Identifikatoren, bis zu zehn Jahre Telefonnummern, E-Mail-Adressen, erweiterte Familienangaben und künftig biometrische „Selfies“ verlangt – ein bislang reibungsloses Vorab-Klarstellungssystem in einen Hindernisparcours verwandeln könnte. GBTA-Geschäftsführerin Suzanne Neufang betont, dass die Regelung in ihrer jetzigen Form „erhebliche wettbewerbliche, operative und wirtschaftliche Folgen“ habe und hochwertige Meetings, Konferenzen sowie Investitionen von den USA wegverlagern könnte. Eine Branchenumfrage unter 571 Travel Managern aus 40 Ländern zeigt, dass 78 Prozent „sehr oder einigermaßen besorgt“ sind; zwei Drittel erwarten bereits, dass Mitarbeiter Reisen ablehnen, die umfangreiche persönliche Daten preisgeben. Besonders alarmiert zeigen sich europäische Befragte, die mögliche Konflikte mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU anführen.

Neben Datenschutzbedenken weist die GBTA auf praktische Probleme hin. Die CBP plant, die ESTA-Webseite zugunsten einer rein mobilen App abzuschaffen – problematisch für Geschäftsreisende, deren Geräte durch IT-Richtlinien eingeschränkt sind. Zusätzliche Formularfelder könnten die Genehmigungszeiten über die derzeit wenigen Minuten hinaus verlängern und damit Last-Minute-Reisen erschweren, die in Verhandlungen und Krisenreaktionen üblich sind. Fluggesellschaften und Reisebüros müssten ihre Buchungsprozesse anpassen, während Mobility-Teams in Unternehmen neue Sorgfaltspflichten und Kosten tragen müssten.

GBTA warnt: Geplante ESTA-Datenerfassung könnte Geschäftsreisen in die USA beeinträchtigen


Die GBTA fordert die CBP auf, die Datenerhebung auf „nachweislich sicherheitsrelevante“ Felder zu beschränken, das Webportal beizubehalten und biometrische Elemente zunächst zu testen, bevor sie verpflichtend werden. Die CBP hat bislang nicht signalisiert, ob sie den Vorschlag einschränken wird; die Frist für öffentliche Kommentare endet am 9. Februar, danach könnte die Behörde eine endgültige Regelung erlassen. Wird der Entwurf unverändert übernommen, gelten die Anforderungen ab Mitte 2026 für Staatsangehörige von 42 Ländern des Visa Waiver Program.

Für multinationale Unternehmen stehen viel auf dem Spiel. Die internationalen Geschäftsreisen in die USA haben sich noch nicht auf das Niveau von 2019 erholt, und seit dem 1. Januar gilt eine zusätzliche „Visa Integrity Fee“ von 250 US-Dollar. Wirtschaftsexperten der Reisebranche warnen, dass diese beiden Maßnahmen der US-Wirtschaft Milliarden an Besucherausgaben kosten könnten – gerade in einer Zeit, in der andere Destinationen wie Kanada, Großbritannien und Singapur aktiv um Konferenzen und ausländische Direktinvestitionen werben.

Der Widerstand der GBTA markiert daher einen seltenen Moment der Einigkeit unter Fluggesellschaften, Hotelketten, Technologieunternehmen und Mobility-Managern: Sicherheit ja, aber nicht auf Kosten der Schnelligkeit und Verlässlichkeit, die das Visa Waiver Program zu einem Grundpfeiler des globalen Handels machen.
Quelle: Travel Agent Central

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