
Ein am 4. März 2026 von dem Beratungsnetzwerk MySolution veröffentlichter Kundenrundbrief beleuchtet das Dekret des Arbeitsministeriums, das 12.000 der diesjährigen 151.000 Ausländerarbeitskontingente für „assistenti familiari“ – also für Pflegekräfte mit Wohnsitz bei Italiens alternder Bevölkerung – reserviert. Der Rundbrief bestätigt, dass die Anträge ab 14. März um 9 Uhr über das spezielle Online-Portal „Sportello UniCo“ eingereicht werden können. Arbeitgeber müssen digitale Arbeitsverträge sowie den Nachweis einer geeigneten Unterkunft vorlegen. Im Gegensatz zu Saisonarbeitsgenehmigungen im Agrarsektor fallen diese Plätze unter den Bereich „lavoro subordinato non stagionale“ und berechtigen zu einer zweijährigen Aufenthaltserlaubnis, die bei fortbestehendem Arbeitsverhältnis verlängert werden kann. Erfolgreiche Antragsteller müssen innerhalb von sechs Monaten ihr Einreisevisum beantragen und dieses innerhalb von acht Tagen nach Ankunft bei der örtlichen Questura in eine Aufenthaltserlaubnis (permesso di soggiorno) umwandeln. Familienzusammenführung ist nach einem Jahr ununterbrochenen Aufenthalts erlaubt. Das Dokument stellt außerdem klar, dass nach dem Pilotprojekt im Vorjahr digitale Signatur-Token für Arbeitgeber nun verpflichtend sind, wodurch Papieranträge vollständig entfallen. Die Bearbeitungszeiten sollen dank Automatisierung im Backoffice und einer neuen Schnittstelle zum Datenaustausch zwischen Einwanderungsbehörden und INPS, Italiens Sozialversicherungsagentur, von 90 auf 45 Tage sinken. Für globale Mobilitätsteams ergibt sich eine doppelte Botschaft: Erstens sollten Unternehmen, die auf Pflegepersonal für ältere Expat-Führungskräfte angewiesen sind, sofort mit italienischen Relocation-Dienstleistern zusammenarbeiten, da die Kontingente in dieser Kategorie erfahrungsgemäß innerhalb von Minuten vergeben sind. Zweitens müssen sponsernde Familien neue Mindestgehaltsgrenzen berücksichtigen: 10.000 Euro pro betreuter Person und Jahr, indexiert an die ISTAT-Inflationszahlen. Beobachter sehen das spezielle Pflegekräfte-Kontingent als politischen Kompromiss: Wirtschaftsverbände erreichten eine insgesamt höhere Obergrenze für Fabrik- und IT-Arbeiter (plus 15 Prozent), während die Regierung dem demografischen Druck durch die Reservierung von Plätzen für Pflegeberufe Rechnung trägt. Das Experiment wird im Vorfeld der dreijährlichen Einwanderungsplanung im nächsten Jahr genau beobachtet werden.
Quelle: MySolution
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