
Die deutsche Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine einen 48-stündigen Streik von Donnerstag, 12. März, 00:01 Uhr bis Freitag, 13. März, 23:59 Uhr angekündigt. Obwohl SWISS selbst nicht streikt, werden enge Flugzeugrotationen dazu führen, dass auch Zürich und Genf die Auswirkungen spüren. Lufthansa hat bereits Flugplanänderungen eingereicht, die bis zu 90 % der ab Deutschland startenden Flüge streichen – was die Zubringerverbindungen betrifft, auf die viele in der Schweiz ansässige Reisende angewiesen sind, um Langstreckenflüge über Frankfurt und München zu erreichen. Der Sonderflugplan von Lufthansa zeigt, dass etwa die Hälfte der Langstreckenflüge durchgeführt wird, doch der Einsatz von Großraumflugzeugen und Umleitungen über Partnerairlines lassen die Umsteigezeiten extrem knapp werden. Reiseveranstalter berichten, dass Passagiere aus Asien und Nordamerika, die nach Zürich reisen, auf Flüge über Wien oder Brüssel umgebucht wurden, wobei Mindestumsteigezeiten aufgehoben wurden. Schweizer Exporteure, die hochwertige Güter mit Lufthansa Cargo versenden, suchen verzweifelt nach Frachtraum in den Frachträumen von Emirates und Qatar Airways, was die Frachtraten über Nacht zweistellig ansteigen lässt. Nach EU261 gilt ein Streik der eigenen Airline-Mitarbeiter nicht als „außergewöhnlicher Umstand“, sodass Passagiere neben Erstattungen oder Umbuchungen eine Entschädigung von 250 bis 600 Euro geltend machen können. Allerdings wird mit einem Ansturm auf die Entschädigungsanträge gerechnet; Mobilitätsteams sollten Musterbriefe vorbereiten und Ressourcen für die Nachverfolgung der Rückerstattungen bereitstellen. Wo SWISS-Mitarbeiter in Deutschland über Nacht festsitzen, gehören Hotelunterkünfte zur Fürsorgepflicht, auch wenn rund um Frankfurt die Kapazitäten stark eingeschränkt sind. Für wichtige Einsätze wird Arbeitgebern empfohlen, deutsche Drehkreuze bis zur Wiederaufnahme des Normalbetriebs am 14. März ganz zu meiden. Direktverbindungen mit SWISS, Austrian oder ITA über Mailand sind zwar teurer, aber deutlich weniger riskant. Reisende, die über Frankfurt umsteigen müssen, sollten mindestens 24 Stunden Puffer einplanen. Der Streik verdeutlicht auch die Verwundbarkeit der Lieferketten: Unternehmen, die Just-in-Time-Logistik über Deutschland nutzen, sollten ihre Notfallpläne beschleunigen, einschließlich Schienengüterverkehrsalternativen über den Rhein-Alpen-Korridor.
Quelle: Flight-Delayed.com
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