
Ein zweitägiger Streik der Vereinigung Cockpit (VC) bei Lufthansa Classic, Lufthansa Cargo und CityLine hat am Donnerstag, den 12. März 2026, um 00:01 Uhr begonnen und dauert bis Freitag, den 13. März 2026, um 23:59 Uhr an. Obwohl sich der Arbeitskampf auf deutsche Drehkreuze konzentriert, spürt auch die Schweiz die Auswirkungen. Die Lufthansa Group hat einen Notfahrplan veröffentlicht, der zeigt, dass etwas mehr als die Hälfte der ursprünglich für die beiden Tage geplanten 3.000 Flüge durchgeführt wird. Zürich und Genf – normalerweise mit bis zu 32 Lufthansa-Verbindungen pro Tag bedient – sollen etwa ein Drittel der Flüge aufrechterhalten, viele Passagiere werden automatisch umgebucht oder auf Bahnverbindungen verwiesen. Die Gruppe verzichtet auf Umbuchungsgebühren für Passagiere mit Tickets, die bis zum 10. März ausgestellt wurden und an den Streiktagen gebucht sind. SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines sind nicht direkt in den Arbeitskampf involviert, doch sind Flugzeuge, Crews und wichtige Wartungsressourcen innerhalb der Gruppe eng verflochten. Daher warnt SWISS Firmenkunden vor sekundären Verspätungen und Flugzeugwechseln, insbesondere auf der ertragreichen Strecke Zürich–Frankfurt. Um die Kapazität zu sichern, hat die Airline vier Verbindungen auf Airbus A330 hochgestuft und hält Großraumflugzeuge als Reserve bereit. Für in der Schweiz ansässige multinationale Unternehmen ist der Zeitpunkt ungünstig: Mitte März steigt traditionell die Zahl der inner-europäischen Geschäftsreisen im Zusammenhang mit Quartalsabschlüssen, Messezeiten und Frühjahrs-Vorstandssitzungen. Mobilitätsmanager bemühen sich, Reisende auf Bahnverbindungen wie den ICE Zürich–Frankfurt oder auf virtuelle Meetings umzulenken. Auch Spediteure stehen vor Herausforderungen: Während Lufthansa Cargo angibt, 80 % ihres Plans zu bedienen, führt der Wegfall von Frachtraum in Passagierflugzeugen zu einem Engpass bei der ohnehin knappen Kapazität für hochwertige Schweizer Exporte aus den Bereichen Pharma und Präzisionstechnik. Der Streik verdeutlicht die Verwundbarkeit der international ausgerichteten Schweizer Wirtschaft gegenüber Arbeitskämpfen im Ausland. Unternehmen mit hohem regionalen Reiseaufkommen überarbeiten ihre Notfallpläne, die eine breitere Diversifikation der Airlines und verhandelte Flexibilitätsklauseln bei Firmentarifen beinhalten. Schweizer HR- und Steuerabteilungen erinnern zudem Entsandte daran, dass ungeplante Aufenthalte in Deutschland aufgrund gestrichener Flüge sozialversicherungsrechtliche Folgen und Meldepflichten für entsandte Arbeitnehmer nach sich ziehen können, wenn Mitarbeiter länger als erlaubt auf deutschem Boden bleiben müssen.
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