
Vier Tage nach der verpflichtenden Einführung des biometrischen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU kämpft der Flughafen Wien-Schwechat mit beispiellosen Grenzkontrollschlangen für Passagiere aus Nicht-EU-Staaten. Lokale Medien berichten, dass mehrere Morgenflüge am 13. und 14. April mit dutzenden freien Sitzen starteten, da Reisende noch auf die Erfassung ihrer Fingerabdrücke und Gesichtsdaten warteten – eine neue Pflicht bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum nach dem 10. April. ACI Europe und Airlines for Europe (A4E) bestätigen Wartezeiten von bis zu drei Stunden während der Spitzenankunftszeiten. Das EES ersetzt die herkömmlichen Passstempel durch eine digitale Erfassung der Bewegungen jedes Reisenden und soll die Einhaltung der 90/180-Tage-Aufenthaltsregel verschärfen. Während die Europäische Kommission betont, dass die Erstregistrierung etwa 70 Sekunden dauern sollte, berichten Flughafen Wien-Verantwortliche, dass die tatsächliche Bearbeitungszeit oft über zwei Minuten liegt, was zu Engpässen führt, wenn mehrere Großraumflugzeuge gleichzeitig landen. Um verpasste Anschlussflüge zu vermeiden, empfiehlt der Flughafen nun Drittstaatsangehörigen, mindestens vier Stunden vor Abflug einzuchecken und, wo verfügbar, die neu installierten Self-Service-Kioske zu nutzen. Die in Wien operierenden Fluggesellschaften überprüfen derzeit Mindestanschluss- und Check-in-Zeiten, und einige Firmenreiseabteilungen haben kurzfristige Warnungen herausgegeben, um Mitarbeiter zu ermutigen, über Flughäfen mit geringerer EES-Auslastung zu reisen oder Termine an Ankunftstagen später zu planen. Reiseversicherer warnen zudem, dass „verpasste Flug“-Klauseln möglicherweise keine Verzögerungen abdecken, die durch die Einführung neuer Einwanderungstechnologien verursacht werden. Das österreichische Innenministerium kündigt an, während der Osterferien zusätzliche Grenzpolizisten an den Flughäfen Wien und Salzburg einzusetzen und die gewonnenen Erkenntnisse in die breitere Einführung des Europäischen Reiseinformations- und Genehmigungssystems (ETIAS) im Oktober einfließen zu lassen. Geschäftsreisende sollten die Hinweise der Fluggesellschaften genau verfolgen und bis zur Stabilisierung längere Zeitpuffer in ihre Reisepläne einbauen.
Quelle: Euronews & TravelPulse
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