
Die Qantas Group hat Investoren mitgeteilt, dass sie für das Geschäftsjahr 2026 mit zusätzlichen Treibstoffkosten von 800 Millionen AUD rechnet, bedingt durch den Brent-Ölpreis, der über 120 US-Dollar pro Barrel bleibt, sowie konfliktbedingte Zuschläge für Flugrouten im Golfraum. Finanzchefin Vanessa Hudson erklärte, dass ein erheblicher Teil dieser Kostensteigerung über höhere Grundtarife und vorübergehende Kapazitätskürzungen auf marginalen Inlandsstrecken an die Kunden weitergegeben wird. Zwei Strecken in Queensland sind bereits betroffen, doch die Netzwerkplaner prüfen bis zu 8 Prozent der gesamten Inlands-Kapazität und verschieben die Auslieferung von drei Boeing 737-8 MAX, die ursprünglich für Dezember geplant waren. International wird die Airline weiterhin Treibstoffzuschläge erheben, die Kapazität jedoch stabil halten, um Slots an Flughäfen wie Heathrow, Los Angeles und Tokio zu sichern. Für Firmenkunden mit Festpreisverträgen aktiviert Qantas Überprüfungsklauseln, die Preisänderungen erlauben, wenn der Durchschnittspreis für Kerosin länger als 30 Tage über den vereinbarten Grenzen liegt. Reiseverantwortliche sollten mit Budgetanpassungen von 7 bis 10 Prozent für Flüge ab Australien im Zeitraum Juli bis Dezember rechnen und, wo möglich, auf Partnerallianzen wie Emirates oder American Airlines zurückgreifen. Die Ankündigung erhöht auch die Kosten für Entsendungen: Projekte, die auf wöchentliche FIFO-Rotationen zu Bergbaustädten in Queensland angewiesen sind, sehen sich mit höheren Charter- und Unterkunftskosten konfrontiert, da kommerzielle Kapazitäten schrumpfen. Mobility-Teams sollten längere Dienstpläne oder teilweise Remote-Arbeit prüfen, um die Reisekostensteigerungen abzufedern. Qantas betont, dass die Maßnahmen vorübergehend sind und neu bewertet werden, falls der Ölpreis unter 100 US-Dollar fällt, doch Analysten von Macquarie rechnen vor dem Winter auf der Nordhalbkugel nicht mit einer Entspannung. Eine branchenweite Wirkung ist zu erwarten: Virgin Australia deutete bei der letzten Ergebnispräsentation eine Kapazitätsreduzierung um 4 Prozent an.