
Eine Online-Umfrage unter mehr als 10.000 gesponserten Arbeitnehmern der Interessenvertretung Skilled Migrants Alliance Limited (SMAL) zeigt, dass nahezu alle Befragten einen Ausstieg aus dem Vereinigten Königreich in Erwägung ziehen würden, falls die Regierung die Pläne zur Verdopplung der Qualifikationsdauer für die unbefristete Aufenthaltserlaubnis (ILR) vorantreibt und die Änderung rückwirkend anwendet. Die am 14. April von der Informationsplattform ImmigrationGPT veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass 62 % „ernsthaft darüber nachdenken“ auszuwandern, während weitere 31 % mit „möglicherweise“ antworteten – insgesamt also ein Abwanderungsrisiko von 93 %. Nach den aktuellen Regelungen können die meisten Inhaber eines Skilled Worker-Visums nach fünf Jahren ununterbrochenem Aufenthalt die ILR beantragen. Durchgesickerte Innenministeriumspapiere, die letzten Monat im Parlament diskutiert wurden, schlagen eine Verlängerung auf zehn Jahre im Rahmen eines umfassenderen „beitragsbasierten“ Systems vor. Obwohl Minister betonen, dass eine Entscheidung noch aussteht, scheint allein die Aussicht auf diese Änderung das Image des Vereinigten Königreichs als attraktiven Standort für internationale Fachkräfte zu beeinträchtigen. Sollte die Änderung umgesetzt werden, hätte dies weitreichende Auswirkungen auf das Personalwesen: längere Bindungsfristen vor dem Erhalt des dauerhaften Aufenthalts, größere Unsicherheit für Familien und – entscheidend – einen möglichen Abgang von Fachkräften in der Mitte ihrer Karriere, gerade in einer Zeit, in der das UK um hochqualifizierte Arbeitskräfte konkurriert. Arbeitgeber, die auf ausländische Expertise in den Bereichen Ingenieurwesen, Fintech und Life Sciences angewiesen sind, setzen sich daher für Übergangsregelungen ein, die bestehende Visuminhaber schützen. Mobilitätsexperten weisen darauf hin, dass rückwirkende Änderungen auch ethische und reputationsbezogene Fragen für Unternehmen aufwerfen, die ihre Mitarbeiter unter der alten Zusage eines fünfjährigen Wegs zur dauerhaften Niederlassung ins Land geholt haben. Sie empfehlen, bereits jetzt mit Notfallplänen zu beginnen – etwa durch Bindungsprämien, alternative globale Standorte und Remote-Arbeitsoptionen – selbst wenn die Vorschläge später abgeschwächt werden sollten.
Quelle: ImmigrationGPT
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