
Britische Passagiere stecken seit dem Start des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) der EU am 10. April in stundenlangen Warteschlangen in ganz Europa fest. Aufnahmen von Sky News in den frühen Morgenstunden des 14. April zeigten Hunderte von Menschen am Flughafen Mailand Malpensa, von denen einige ihre Anschlussflüge zurück ins Vereinigte Königreich verpassten. Das biometrische EES ersetzt die manuelle Passkontrolle für Nicht-EU-Besucher, darunter auch britische Staatsbürger, und erfasst jede Ein- und Ausreise in einer zentralen Datenbank. Aufgrund fehlerhafter Fingerabdruckscanner und Personalmangels verlängerten sich die Bearbeitungszeiten an mehreren Schengen-Flughäfen am Wochenende auf bis zu 90 Minuten. Fluggesellschaften mussten zahlreiche Passagiere umbuchen und Verspätungsbescheinigungen ausstellen, um ihre Fürsorgepflichten gegenüber Kunden zu erfüllen. Reisebüros berichten von einem Anstieg der Anfragen von Geschäftsreisenden, die ihre Terminpläne anpassen wollen. Experten raten, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, wenn möglich bevorzugte Kontrollspuren zu nutzen und sicherzustellen, dass der Reisepass genügend freie Seiten für eine manuelle Stempelung bereithält, falls die Automaten ausfallen. Langfristig könnten die technischen Probleme die EU und das Vereinigte Königreich dazu bewegen, die Interoperabilität zwischen dem EES und den britischen ETA- sowie Grenzkontrollsystemen zu beschleunigen, um doppelte Datenerfassung zu vermeiden. Bis dahin sollten Unternehmen großzügige Zeitpuffer in ihre Reisepläne einbauen und ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, dass Entschädigungen nach EU-Verordnung 261 bei Verzögerungen durch Grenzkontrollen möglicherweise nicht greifen.
Quelle: Sky News
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