
Der kanadische Simulator-Gigant CAE hat einen formellen Konsultationsprozess eingeleitet, der dazu führen könnte, dass sein Trainingszentrum am Flughafen Brüssel bis Jahresende geschlossen wird, wie ein Bericht vom 21. April in De Tijd bestätigt durch Aviation24.be berichtet. Die Einrichtung, die Piloten von Brussels Airlines, TUI fly Belgium und mehreren Geschäftsflugbetreibern ausbildet, kämpft mit sinkender Nachfrage und steigenden Kosten. Die Geschäftsleitung teilte den Mitarbeitern mit, dass „strukturell zu hohe Kosten im Vergleich zu den erzielten Einnahmen“ den Standort unrentabel machen. Das Zentrum beschäftigt derzeit 27 Personen; CAE schätzt, dass bei einer Schließung 22 Stellen wegfallen würden. Nach belgischem Recht ist vor einer kollektiven Entlassung eine mindestens 30-tägige Informations- und Konsultationsphase vorgeschrieben. Gewerkschaftsvertreter Paul Blondeel von ACV-Metea erklärte, die Mitarbeiter seien „überrascht“ und wies darauf hin, dass die Einheit 2024 noch profitabel war, bevor sie im letzten Jahr Verluste verzeichnete. Aus Mobilitätssicht könnten die Fluggesellschaften mit höheren Personalkosten und zusätzlichen Reisetagen für wiederkehrende Simulatorprüfungen rechnen, falls die Ausbildung in die CAE-Zentren in Amsterdam oder Madrid verlegt wird. Brussels Airlines absolviert jährlich mehr als 4.000 Simulatorstunden in Steenokkerzeel; die Verlagerung dieses Volumens könnte geschätzte zusätzliche Hotel- und Tagegeldkosten von rund 1 Million Euro verursachen. Die mögliche Schließung steht zudem im Widerspruch zu Belgiens Bestreben, den Flughafen Brüssel als regionales Luftfahrtausbildungszentrum zu etablieren. Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet hat CAE um eine Überprüfung der Rentabilität gebeten und prüft vorübergehende Lohnsubventionen, um das Zentrum offen zu halten. Unterdessen suchen betroffene Piloten dringend nach verfügbaren Simulatorplätzen an anderen Standorten, um ihre Lizenzgültigkeit zu erhalten. Sollte die Schließung erfolgen, müssen Mobilitätsmanager, die Cockpit-Crews nach Belgien versetzen, mit zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand für Auslands-Trainingseinheiten rechnen oder Optionen für Trockenmieten von Simulatoren bei kleineren Anbietern in Charleroi oder Lüttich prüfen.
Quelle: Aviation24.be
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