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Finnland plant, Sozialleistungen für Einwanderer an verpflichtende Integrationsmaßnahmen zu knüpfen

Apr. 26, 2026
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Finnland plant, Sozialleistungen für Einwanderer an verpflichtende Integrationsmaßnahmen zu knüpfen
Die Mitte-rechts-Regierung Finnlands hat den ersten legislativen Schritt zu einem deutlich strengeren „Arbeit zuerst“-Integrationsmodell unternommen. Ein Reformpaket, das am 24. April dem Parlament vorgelegt und am Freitag, den 25. April, veröffentlicht wurde, sieht eine umfassende Überarbeitung des Gesetzes von 2010 zur Förderung der Integration von Einwanderern vor.

Nach dem Gesetzentwurf müssten die meisten Neuankömmlinge:
• innerhalb von zwei Monaten nach Ankunft an einem ersten Kompetenzbewertungsgespräch teilnehmen;
• mindestens 20 Stunden pro Woche Finnisch- oder Schwedischunterricht besuchen, bis sie das Sprachniveau A2 des GER erreichen;
• einem individuellen Plan zur Arbeitssuche oder beruflichen Weiterbildung folgen, der vom örtlichen Arbeitsamt erstellt wird.

Der Vorschlag überträgt den Gemeinden – und nicht dem nationalen Arbeitsamt – die Hauptverantwortung (und eine einheitliche Finanzierung) für Sprach- und Arbeitsvorbereitungskurse. Entscheidend ist die Einführung einer Sanktionsstufe: Wer Unterricht versäumt oder eine passende Arbeit ablehnt, kann für drei Monate eine Kürzung der Arbeitslosenhilfe um 40 Prozent erhalten, Wiederholungstäter riskieren eine Reduzierung der Grundsicherung um bis zu 20 Prozent.

Finnland plant, Sozialleistungen für Einwanderer an verpflichtende Integrationsmaßnahmen zu knüpfen


Die Minister argumentieren, die Reform sei notwendig, um die strukturellen Arbeitskräftemängel Finnlands zu beheben und die Sozialausgaben zu senken. Prognosen des Finanzministeriums gehen davon aus, dass die Änderungen bis 2027 jährlich Einsparungen von 46,8 Millionen Euro bringen könnten – vor allem durch schnelleren Eintritt in den Arbeitsmarkt und die Zusammenlegung überlappender Förderprogramme.

Arbeitgeber, insbesondere aus Bau, Gesundheitswesen und IT, begrüßen den klareren Weg zur arbeitnehmerbasierten Aufenthaltsgenehmigung. Die Gewerkschaftskonföderation SAK warnt jedoch, dass die Leistungskürzungen gefährdete Familien in Armut treiben und langfristige Integrationsziele gefährden könnten.

Für Mobility-Manager in Unternehmen ergibt sich eine doppelte Botschaft: Erstens müssen Arbeitgeber, die Aufenthaltsgenehmigungen sponsern, sicherstellen, dass ausländische Mitarbeiter die verpflichtenden Sprachkurse einhalten. Zweitens festigt das Gesetz die Gemeinden als zentrale Anlaufstelle für Integrationsdienste – Unternehmen, die Mitarbeiter versetzen, sollten daher lokale Anmelde- und Schulungstermine in ihre Onboarding-Prozesse einplanen.

Sollte das Gesetz unverändert verabschiedet werden, tritt es am 1. Januar 2027 in Kraft, was den Unternehmen acht Monate Zeit gibt, ihre Personalpolitik und Budgetplanung anzupassen. Das Parlament wird voraussichtlich nächste Woche mit detaillierten Ausschussberatungen beginnen, und Oppositionsparteien haben bereits Änderungen bei den Leistungskürzungen angekündigt. Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Kernpflichten im Gesetzgebungsverfahren bestehen bleiben, da die Vier-Parteien-Regierung 117 der 200 Sitze hält.
Quelle: Stara.fi

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