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Landesweiter Streik in der Luftfahrt legt Italien lahm und stört Passagier- und Frachtverkehr

Juni 13, 2026
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Landesweiter Streik in der Luftfahrt legt Italien lahm und stört Passagier- und Frachtverkehr
Reisende wachten am Samstagmorgen auf Stornierungs-E-Mails, als Italiens vierter nationaler Luftfahrtstreik 2026 um 06:00 Uhr Ortszeit begann. Koordinierte Arbeitsniederlegungen betreffen EasyJet-Piloten und Kabinenpersonal, ENAV-Fluglotsen in Verona, Sky Service-Bodenpersonal am Flughafen Mailand Linate sowie Betriebspersonal in Cagliari. Fünf Verkehrsgewerkschaften fordern einen neuen Tarifvertrag, der den EU-Vorschriften zur Arbeitszeit und der Inflationsanpassung entspricht. Nach italienischem Streikrecht müssen Flüge in den geschützten Zeitfenstern (07:00–10:00 und 18:00–21:00 Uhr) durchgeführt werden. Dennoch warnt die ENAC vor „erheblichen Störungen“ bei Abflügen außerhalb dieser Zeiten und schätzt, dass bis zu 40 Prozent der Tagesflüge verspätet oder gestrichen werden könnten. Garantierte „Lebensader“-Verbindungen – wie die einzige tägliche Strecke Malpensa–Lampedusa – bleiben bestehen. Der Streik wirkt sich auch auf Lieferketten aus. Ein Logistikbulletin von Samsung SDS meldet erwartete Verzögerungen bei der ULD-Abfertigung und Expressfracht am Flughafen Mailand Malpensa, was zu Folgeverzögerungen bei Asien-Europa- und transatlantischen Frachtverbindungen führen kann. Versender temperaturempfindlicher Pharmazeutika wurden gebeten, wenn möglich über Zürich oder München umzuleiten. Für Geschäftsreisende sind Umbuchungsmöglichkeiten knapp, da der Streik mit der Hauptreisezeit im Sommer zusammenfällt. Reisebüros raten ihren Kunden, eine zusätzliche Übernachtung einzuplanen und eine schriftliche Bestätigung der Streikursache von der Airline einzuholen – wichtig für spätere EU-261-Entschädigungsansprüche. Ein weiterer branchenweiter Streik ist bereits für den 26. Juni angesetzt, weshalb eine sorgfältige Notfallplanung für den restlichen Monat unerlässlich ist. Langfristig verdeutlicht der Konflikt die strukturellen Probleme im liberalisierten italienischen Luftfahrtmarkt, in dem Billigfluggesellschaften stark auf flexible Arbeitsverträge setzen. Die Verhandlungen im Verkehrsministerium werden am 17. Juni fortgesetzt; ein Scheitern könnte weitere Streikaktionen im Juli auslösen.
Quelle: Wanted in Rome

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