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Das außergewöhnliche Programm zur Legalisierung von Migranten in Spanien verzeichnet zwei Wochen vor Ablauf der Frist über 900.000 Anträge

Juni 19, 2026
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Das außergewöhnliche Programm zur Legalisierung von Migranten in Spanien verzeichnet zwei Wochen vor Ablauf der Frist über 900.000 Anträge
Spaniens größte Massenregulierung seit zwei Jahrzehnten zieht weit mehr Interesse auf sich als erwartet. Das Ministerium für Inklusion, Soziale Sicherheit und Migration bestätigte am 15. Juni, dass bereits 900.000 undokumentierte Migranten Anträge auf die durch das Königliche Dekret 316/2026 geschaffenen einjährigen Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse gestellt haben. Als das Antragsfenster am 16. April öffnete, rechnete die Regierung mit etwa 500.000 Anträgen innerhalb des zehnwöchigen Zeitraums bis zum 30. Juni.

Nach dem Dekret können Ausländer, die nachweisen können, dass sie vor dem 1. Januar 2026 in Spanien lebten und mindestens fünf Monate ununterbrochen geblieben sind, einen Antrag stellen – vorausgesetzt, sie haben keine schweren Vorstrafen und zahlen die Bearbeitungsgebühr von 38,28 Euro. Im Zentrum der Maßnahme stehen zwei neue Wege: einer für Personen, die vor 2026 einen Asylantrag gestellt haben, und ein weiterer – das sogenannte „arraigo extraordinario“ (außerordentlicher Aufenthalt aufgrund von Wurzeln) –, der Beschäftigte, familiäre Bindungen oder nachgewiesene soziale Verwundbarkeit abdeckt. Antragsteller dürfen sofort arbeiten, sobald ihr Antrag im System erfasst ist; diese Regelung gilt auch für künftige „Wurzel“-Anträge.

Das außergewöhnliche Programm zur Legalisierung von Migranten in Spanien verzeichnet zwei Wochen vor Ablauf der Frist über 900.000 Anträge


Die Regierung Sánchez sieht in dem Schritt eine arbeitsmarktpolitische Notwendigkeit und eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Spanien leidet unter akuten Engpässen in der Gastronomie, Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Altenpflege, während die Bevölkerung altert und die Arbeitslosigkeit weiter sinkt. Die Legalisierung von Arbeitskräften aus der Schattenwirtschaft soll die Beitragsbasis des Sozialversicherungssystems erweitern. Das Thinktank Funcas schätzt, dass etwa 840.000 Menschen in einer irregulären Situation leben; andere NGOs gehen von über einer Million aus.

Für Arbeitgeber bedeutet dies einen sofortigen Zuwachs an legal beschäftigbaren Arbeitskräften – besonders im Dienstleistungssektor und der saisonalen Landwirtschaft – ohne die bürokratischen Verzögerungen, die bei herkömmlichen Arbeitserlaubnissen üblich sind. Unternehmen, die bereits undokumentierte Mitarbeiter beschäftigen, haben einen Anreiz, deren Anträge zu unterstützen, um zukünftige Sanktionen zu vermeiden. Multinationale Unternehmen sollten ihre Compliance-Verfahren überprüfen und ihre Einstellungsrichtlinien anpassen, damit neu regulierte Arbeitskräfte von Anfang an in Lohn- und Steuersysteme integriert werden.

Politisch hat das Programm die langjährige Debatte über Massenregulierungen in Spanien neu entfacht. Befürworter argumentieren, dass Integration Ausbeutung verringert und Einnahmen steigert; Kritiker befürchten, dass es weitere irreguläre Zuwanderung fördern könnte. Unabhängig vom Urteil zeichnet sich durch das enorme Ausmaß – das den Rekord von 691.655 Genehmigungen aus dem Jahr 2005 leicht übertreffen dürfte – Spanien als die migrationsfreundlichste große Volkswirtschaft der EU im Jahr 2026 aus.
Quelle: IMI Daily

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