
Die US-Einwanderungsbehörde USCIS hat am 24. Juni 2026 stillschweigend einen Entwurf für eine Gebührenregelung veröffentlicht, die die Standardgebühr für den N-400-Antrag auf Einbürgerung von 760 auf 1.330 US-Dollar (Papierantrag) und von 710 auf 1.280 US-Dollar (Online-Antrag) anheben würde – eine Erhöhung von etwa 80 %. Für einkommensschwache Antragsteller ist die geplante Abschaffung der seit Jahrzehnten bestehenden Möglichkeit, eine Gebührenbefreiung oder -ermäßigung nach Armutsrichtlinien zu beantragen, noch gravierender. USCIS begründet die Änderungen mit der Notwendigkeit, eine prognostizierte Haushaltslücke von 2,1 Milliarden US-Dollar zu schließen, nachdem der Kongress den Antrag auf zusätzliche Mittel abgelehnt hat. Die Behörde argumentiert, dass die Einbürgerungsgebühren seit Jahren andere Antragsarten mitfinanzieren und dass es finanziell sinnvoll sei, die Kosten auf die Hauptnutznießer – die zukünftigen Staatsbürger – zu verlagern. Interessengruppen haben 60 Tage Zeit, um Stellungnahmen abzugeben, sobald die Regelung im Bundesregister veröffentlicht wird. Für Arbeitgeber, die Green-Card-Inhaber beschäftigen, die später eingebürgert werden, könnte die Gebührenerhöhung die Berechtigung für Bundesaufträge mit US-Staatsbürgerschaftsvoraussetzung verzögern oder die Motivation langjähriger ausländischer Fachkräfte beeinträchtigen. Gemeinschaftsbasierte Testzentren rechnen mit geringerer Teilnahme an Einbürgerungsvorbereitungskursen, falls die Kosten zur Hürde werden. Bei Umsetzung könnten die neuen Gebühren bereits Ende 2026 nach einer kurzen Übergangsphase in Kraft treten. Mobility-Verantwortliche sollten Daueraufenthaltsberechtigte, die sich der Fünf-Jahres-Frist nähern (bzw. drei Jahre bei Ehe mit einem US-Bürger), zur baldigen Antragstellung ermutigen und prüfen, ob die Antragskosten in Unternehmensrichtlinien übernommen werden, wenn die Staatsbürgerschaft geschäftskritisch ist. Zudem sollten sie mögliche Rechtsstreitigkeiten beobachten, da frühere Gebührenerhöhungen von Gerichten wegen Verfahrensmängeln gestoppt wurden. Der Vorschlag stellt die bisher größte Erhöhung der Einbürgerungskosten in der Geschichte der Behörde dar und signalisiert eine umfassendere Umstellung auf vollständige Kostendeckung bei allen Leistungsarten – was höhere Ausgaben in künftigen Mobility-Budgets erwarten lässt.
Quelle: Immigration Direct
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