
Die österreichische Bundesbahn ÖBB hat eine beispiellose mehrtägige Hitzewarnung herausgegeben und warnt die Fahrgäste davor, dass Temperaturen über 38 °C zu Geschwindigkeitsbeschränkungen, vorübergehenden Streckensperrungen und Kettenreaktionen von Verspätungen im gesamten Netz führen können. Die Warnung gilt von Freitag bis Montag und fällt mit einer der verkehrsreichsten Pendlerphasen vor Beginn der Sommerferien zusammen. Extreme Hitze lässt Stahlgleise sich ausdehnen; auf wenig genutzten Strecken können sie sich verformen, während auf Hochgeschwindigkeitsstrecken das Risiko von elektrischen Störungen in den Oberleitungen steigt. Um dem entgegenzuwirken, haben ÖBB-Ingenieure begonnen, Güterzüge langsamer fahren zu lassen, den Schotter zu bewässern, um thermische Belastungen zu reduzieren, und Wärmebildfahrzeuge einzusetzen – Maßnahmen, die die Streckenkapazität verringern und die Fahrzeiten verlängern. In einer Pressemitteilung rief das Unternehmen Reisende dazu auf, „alle nicht notwendigen Fahrten zu verschieben“ und ausreichend Wasser sowie Sonnenschutz mitzunehmen. Geschäftsreisende – und viele Expats, die zwischen Wien, Linz und Salzburg pendeln – müssen mit möglichen Folgeeffekten rechnen. Die Mobilitätsteams der Unternehmen sollten die Online-Störkarte der ÖBB im Blick behalten und kurzfristige Kundentermine auf Videokonferenzen verlegen. Wer mit dem CAT-Expresszug zum Flughafen Wien fährt, sollte mehr Zeitpuffer einplanen; eine Sperrung der innerstädtischen Stammstrecke würde Reisende auf langsamere Bus-Shuttles umsteigen lassen. Langfristig plant die ÖBB den verstärkten Einsatz von Beton-Schwellen und die Installation automatischer Sensoren zur Überwachung der Gleisbelastung – eine Investition, die nach dem Entgleisungsunfall bei St. Pölten im letzten Jahr beschleunigt wurde. Da Klimamodelle zunehmend häufigere „tropische“ Nächte vorhersagen, werden die österreichischen Bahnen – ein unverzichtbares Rückgrat nachhaltiger Mobilität – kontinuierliche Modernisierungen benötigen. Multinationale Unternehmen sollten den Resilienz-Fahrplan des Bahnunternehmens bei der Erstellung künftiger CO₂-Ziele für ihre Reiserichtlinien berücksichtigen.
Quelle: ORF Wien