
UNSA-ICNA, die zweitgrößte Gewerkschaft Frankreichs für Fluglotsen, hat am 30. Juni eine offizielle Streikankündigung für Arbeitsniederlegungen am Donnerstag, den 3. Juli, und Freitag, den 4. Juli eingereicht – zeitgleich mit dem Beginn der Sommerferien in Europa. Die Gewerkschaft kritisiert das, was sie als „toxisches Management“ bei der Direction des Services de la Navigation Aérienne (DSNA) bezeichnet, sowie die chronische Unterfinanzierung veralteter Radarsysteme. Nach französischem Recht müssen Fluglotsen eine fünf Tage im Voraus erfolgende Ankündigung machen, damit die Zivilluftfahrtbehörde (DGAC) Mindestdienstleistungen anordnen kann. Luftfahrtkreise erwarten, dass die DGAC die Fluggesellschaften anweist, 20 bis 35 % der Flüge an den Flughäfen Paris-CDG, Orly, Lyon und Nizza zu streichen, wobei auch regionale Flughäfen betroffen sein werden. Billigfluggesellschaften warnen, dass selbst ein eingeschränkter Streik Kettenreaktionen in den eng getakteten europäischen Flugplänen auslösen könnte. Der Zeitpunkt stellt die neuen EU-Passagierrechte auf die Probe, die ab 2026 verlangen, dass Fluggesellschaften bei streikbedingten Ausfällen innerhalb ihrer Kontrolle eine Umbuchung innerhalb von 12 Stunden anbieten oder zusätzliche Entschädigungen zahlen müssen. Obwohl Fluglotsenstreiks als außergewöhnliche Umstände gelten, betonen Rechtsexperten, dass Fluggesellschaften dennoch für Betreuung und Unterstützung sorgen müssen. Geschäftsreisende werden bereits dazu geraten, Termine in Frankreich oder enge Langstreckenanschlüsse möglichst auf den 2. oder 5. Juli zu verlegen. Einige Unternehmen aktivieren Homeoffice-Regelungen, um teure Last-Minute-Flüge zu vermeiden. Spediteure rechnen mit Verzögerungen bei temperaturkontrollierten Pharma-Lieferungen, sofern die DGAC keine Prioritätsfenster gewährt. Verhandlungen sind für den 2. Juli angesetzt; sollte keine Einigung erzielt werden, wäre dies der dritte landesweite Streik der Fluglotsen in diesem Jahr und könnte die laufenden Gespräche über eine 32-Stunden-Woche im Tarifvertrag 2027–2032 beeinflussen.
Quelle: UVET France – Aviation Newsfeed