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Luftfahrtverbände fordern Brüssel auf, Mitgliedstaaten während des Sommeransturms eine Aussetzung des EES zu ermöglichen

Juli 3, 2026
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Luftfahrtverbände fordern Brüssel auf, Mitgliedstaaten während des Sommeransturms eine Aussetzung des EES zu ermöglichen
In einem offenen Brief, der am 1. Juli veröffentlicht und am 2. Juli 2026 aktualisiert wurde, warnten die drei mächtigsten Luftfahrtverbände Europas – ACI EUROPE, Airlines for Europe (A4E) und die International Air Transport Association (IATA) – die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, davor, dass das Ein- und Ausreisesystem (EES) einen „kritischen Punkt“ erreicht habe. Sie berichten von Wartezeiten an den Grenzkontrollen von bis zu fünf Stunden und dass kleinere Regionalflughäfen in beliebten Urlaubsregionen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Obwohl der Appell europaweit gilt, hat er in Belgien besondere Bedeutung. Der Flughafen Brüssel erwartet im Juli und August mehr als fünf Millionen Passagiere, davon 20 % Nicht-EU-Bürger, die sich im EES registrieren müssen. Der Betreiber hat 60 Selbstbedienungskioske installiert und zwei zusätzliche Kontrollstellen eröffnet, räumt aber ein, dass die Warteschlangen zu Spitzenzeiten dennoch 90 Minuten überschreiten könnten, wenn die biometrische Datenerfassung nicht gedrosselt wird.

Luftfahrtverbände fordern Brüssel auf, Mitgliedstaaten während des Sommeransturms eine Aussetzung des EES zu ermöglichen


Die Reaktion der Kommission fiel zurückhaltend aus. Beamte betonen, dass alle Mitgliedstaaten ihre Einsatzbereitschaft bestätigt haben und die Verordnung bereits eine vorübergehende Aussetzung der Fingerabdruckerfassung bis Anfang September erlaubt. Die Branchenvertreter entgegnen, dass diese Ausnahmeregelung freiwillig, unvorhersehbar und daher nicht in die Dienstpläne der Bodenabfertigung integrierbar sei. Sie fordern einen formellen „Kapazitäts-Trigger“, mit dem die Grenzbehörden das EES in Echtzeit beschleunigen oder verlangsamen können.

Für globale Mobilitätsteams verdeutlicht der Streit die operativen Risiken eines Systems, das künftig Daten in ETIAS einspeisen wird – die 20-Euro-Reisegenehmigung, die noch in diesem Jahr in Kraft tritt. Belgische Arbeitgeber, die im Juli und August große Einführungsgruppen betreuen, sollten Ankunftstermine staffeln oder Frühflüge nutzen, wenn das Passagieraufkommen geringer ist. Einsätze mit Angehörigen erfordern möglicherweise zusätzliche Puffertage für die Anmeldung bei den Kommunalbehörden nach der Einreise.

Langfristig könnte die Forderung der Branche nach einem Ein-Aus-Schalter der belgischen Dienstleistungswirtschaft zugutekommen. Ein stabiles, planbares EES-Verfahren würde den Hub-Status des Flughafens Brüssel sichern und Reputationsschäden vermeiden, die internationale Konferenzen und Hauptsitzverlegungen abschrecken könnten. Die Entscheidung liegt nun fest in der Hand der Kommission vor dem außerordentlichen Treffen mit der Branche am 7. Juli.
Quelle: Euronews

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