
Passagiere, die diesen Sommer über den Flughafen Brüssel reisen, können aufatmen. In einem ausführlichen Interview, das am 3. Juli 2026 veröffentlicht wurde, bestätigte Flughafenchef Arnaud Feist, dass Vereinbarungen sowohl mit Skeyes (der belgischen Flugsicherungsbehörde) als auch mit dem Gepäckabfertiger Aviapartner getroffen wurden. Damit enden monatelange, disruptive Wildcat-Streiks, die im Mai und Juni zu hunderten Flugausfällen führten. Im Rahmen der Vereinbarung erhalten die Mitarbeiter von Skeyes eine gestaffelte Gehaltserhöhung, die an den verzögerten Start des neuen digitalen Kontrollzentrums der Behörde gekoppelt ist. Aviapartner hat eine umstrittene Gehaltsreform zurückgezogen und eine gemeinsame Überprüfung mit den Gewerkschaftsvertretern zugesagt. Für Geschäftsreisende und Unternehmen mit Expatriate-Einsätzen beseitigt der Waffenstillstand eine große operative Herausforderung. Der Flughafen Brüssel erwartet zwischen Juli und August mehr als 5 Millionen Passagiere – etwa 15 % des jährlichen Passagieraufkommens Belgiens – und hatte gewarnt, dass weitere Arbeitsniederlegungen die Transferbereiche für EU-Institutionen und das NATO-Hauptquartier lahmlegen könnten. Feist forderte dennoch die Gesetzgeber auf, Streikankündigungsfristen für essentielle Verkehrsleistungen verbindlich einzuführen, mit der Begründung, „auch Passagiere haben Rechte“. Über den Arbeitsfrieden hinaus verstärkt der Flughafen die nach dem Chaos im letzten Monat eingeführten Resilienzmaßnahmen: ein 30-köpfiges Schnellreaktionsteam zur Besetzung kritischer Stellen, ein KI-gesteuertes Gepäck-Routing-Dashboard und ein neues SMS-Benachrichtigungssystem für Travel Manager in Unternehmen. Fluggesellschaften berichten, dass die durchschnittliche Abflugpünktlichkeit bereits von einem Tiefststand von 54 % während des Streiks Mitte Juni auf 82 % zurückgekehrt ist. Analysten sehen in der Vereinbarung ein Zeichen für den wachsenden politischen Druck in Belgien, das verfassungsmäßige Streikrecht mit dem Ziel in Einklang zu bringen, ein führendes Drehkreuz für EU-Entscheidungsträger und multinationale Hauptsitze zu bleiben. Personalberater empfehlen Unternehmen mit zeitkritischen Entsendungen, weiterhin Hotelkontingente als Notfallreserve vorzuhalten, weisen aber darauf hin, dass sich die Risikobewertung für Brüssel-Zaventem von „hoch“ auf „moderat“ verschoben hat. Praktisch sollten Mobilitätsmanager: 1) die normalen Buchungsmuster für Anschlussflüge über Brüssel wieder aufnehmen, 2) Reisende darüber informieren, dass freiwillige Umbuchungsverzichte aufgehoben wurden, und 3) die Entwicklungen im Sozialdialog – insbesondere im Hinblick auf die Einführung des neuen digitalen Kontrollturms im Oktober – aufmerksam verfolgen.
Quelle: The Brussels Times
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