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EU-Ein- und Ausreisesystem sorgt für fünfstündige Warteschlangen am Flughafen Brüssel; Kommission verspricht Lösungen

Juli 4, 2026
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EU-Ein- und Ausreisesystem sorgt für fünfstündige Warteschlangen am Flughafen Brüssel; Kommission verspricht Lösungen
Kaum drei Monate nach dem Start gerät das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union angesichts des Sommerreiseansturms zunehmend unter Druck – besonders sichtbar am Flughafen Brüssel. Am 3. Juli 2026 berichtete Aviation24.be, dass Fluggesellschaften, Flughäfen und Branchenverbände gemeinsam in einem Brief vor „unerträglichem Druck“ warnten, da Nicht-EU-Passagiere an den automatisierten Grenzkiosken Wartezeiten von bis zu fünf Stunden in Kauf nehmen müssen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen räumte ein, dass „noch viel zu tun“ sei, um die biometrische Plattform zu stabilisieren.

Das EES ersetzt das herkömmliche Passstempeln durch Gesichtserkennung und Fingerabdruck-Scans und schafft eine zentrale Datenbank zur Erkennung von Überziehungen des Aufenthalts. Während Sicherheitsbehörden die frühe Festnahme von mehr als 1.000 Überziehern und gesuchten Personen loben, führen technische Probleme – langsame Fingerabdruckleser, Software-Abstürze und ein Mangel an besetzten Hilfsschaltern – dazu, dass Fluggesellschaften verpasste Anschlussflüge neu buchen müssen. Brussels Airlines meldet seit April bereits 9.400 „Miss-Connects“, was geschätzte Kosten von 2,6 Millionen Euro für Hotelübernachtungen und Umbuchungen verursacht.

EU-Ein- und Ausreisesystem sorgt für fünfstündige Warteschlangen am Flughafen Brüssel; Kommission verspricht Lösungen


Für Belgien kommen die Engpässe zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das Land richtet rotierende EU-Ratssitzungen aus und erwartet im Juli zwei große Kongresse. Die Bundesluftfahrtpolizei hat 60 zusätzliche Beamte für manuelle Kontrollstellen abgestellt, räumt aber ein, dass die Abfertigung von Drittstaatsangehörigen immer noch 30 % unter dem Niveau von 2019 liegt. Geschäftsreisende sollten Nicht-EU-Mitarbeiter anweisen, mindestens vier Stunden vor Langstreckenflügen anzureisen und, wenn möglich, die biometrischen Daten bei der ersten Einreise in den Schengen-Raum zu registrieren. Arbeitgeber könnten zudem „EES-Pufferklauseln“ in Serviceverträge mit Relocation-Dienstleistern aufnehmen.

Langfristig kündigt die Kommission einen Software-Patch bis spätestens 31. Juli an, und Mitgliedstaaten, darunter Belgien, können Notfallmittel beantragen, um die Kapazität der Kioske zu erweitern. Sollte das Problem nicht gelöst werden, könnten Forderungen aus der Branche laut werden, das Schwesterprojekt ETIAS, die Reisegenehmigung, die für Ende 2026 geplant ist, zu verschieben. Bis dahin steht Belgiens Rolle als bequemer EU-Eingangstor auf dem Prüfstand.
Quelle: Aviation24.be

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