
Eine aktuelle Analyse des Bundesamts für Statistik (BFS), veröffentlicht vom öffentlich-rechtlichen Sender RSI am 4. Juli, zeigt, dass die Schweiz zwischen dem vierten Quartal 2020 und dem vierten Quartal 2025 rund 300.000 Arbeitsplätze hinzugewonnen hat – ein Anstieg von über 5 Prozent. Der Bericht unterstreicht, wie stark die Zuwanderung die Erholung des Landes nach der Pandemie getragen hat: Die Zahl der ausländischen Erwerbstätigen stieg im gleichen Zeitraum um 15 Prozent, während die inländische Erwerbsbevölkerung nur um 0,4 Prozent wuchs. Heute besitzen 35,8 Prozent aller Erwerbstätigen einen ausländischen Pass. Ohne die 120.000 Einbürgerungen zwischen 2020 und 2024 läge der Anteil der ausländischen Arbeitskräfte laut BFS sogar über 40 Prozent. Engpässe bestehen weiterhin im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung und im Bildungsbereich, während die Nachfrage nach Büro-, IT- und Finanzstellen nachlässt. Für Mobility-Teams in Unternehmen bestätigen die Zahlen die anhaltenden Rekrutierungsbemühungen im EU/EFTA-Talentpool und verdeutlichen die Notwendigkeit, die begrenzten B- und L-Bewilligungen für Spezialisten aus Drittstaaten zu sichern. Die Gehaltsdaten im selben Bericht zeigen, dass die Reallöhne 2025 um 1,6 Prozent gestiegen sind – der stärkste Anstieg seit 2009 – was die Kosten für die Verlagerung von Mitarbeitenden in die Schweiz verdeutlicht. Die Verlangsamung des Stellenwachstums (86.000 offene Stellen Ende 2025 gegenüber 123.000 im Jahr 2022) deutet darauf hin, dass der Höhepunkt des Einstellungsbooms überschritten ist. Doch demografische Herausforderungen – von alternden Babyboomern bis zu angespannten Arbeitsmärkten in der EU – sorgen dafür, dass die langfristige Nachfrage nach ausländischer Fachkompetenz strukturell bleibt. Mobility-Berater empfehlen ihren Kunden, die Personalplanungen für 2027 frühzeitig zu starten und mögliche Bewilligungsobergrenzen sowie regionale Gehaltsunterschiede zu berücksichtigen. Aus Integrationssicht entfachen die Daten die Debatte über Wohnraum, Schulbildung und Verkehrsinfrastruktur in wachstumsstarken Kantonen wie Zürich und Waadt neu. Die Gemeindebehörden prüfen bereits Fahrpläne im öffentlichen Verkehr und zweisprachige Schulangebote, um der wachsenden Expatriate-Bevölkerung gerecht zu werden.
Quelle: RSI Radiotelevisione svizzera
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