
Am Samstag, den 4. Juli, bestätigte der Schweizer Beobachter, dass der Bundesrat die nationale Kontingentregelung für B- und L-Bewilligungen für Fachkräfte aus Nicht-EU/EFTA-Staaten im Jahr 2026 unverändert lässt. Die Obergrenze bleibt somit bei 3.500 Bewilligungen (3.000 Kurzzeit-L und 500 Langzeit-B), entsprechend dem Niveau von 2025. Diese Entscheidung hat politische Bedeutung: Sie bewahrt das zweistufige Zulassungssystem der Schweiz, während benachbarte EU-Staaten ihre Einreisebestimmungen lockern, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit der Beibehaltung des Kontingents sendet Bern ein Signal der Kontinuität an die Bevölkerung, die sich Sorgen um das Bevölkerungswachstum macht, riskiert jedoch, Branchen wie Pharma, Fintech und Hightech-Fertigung, die weltweit um Spezialisten konkurrieren, zu bremsen. Für Mobility-Manager bedeutet die unveränderte Zahl ein Nullsummenspiel. Personalabteilungen müssen kritische Einstellungen Monate im Voraus priorisieren, strenge Arbeitsmarktprüfungen sicherstellen und Notfallpläne vorbereiten – etwa firmeninterne Versetzungen über EU-Tochtergesellschaften – für Kandidaten, die das Kontingent nicht erreichen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat die Kantone bereits gewarnt, dass das Online-Zuteilungsdashboard voraussichtlich früher als im Vorjahr seine Kapazitätsgrenze erreichen wird. Multinationale Unternehmen mit Doppelzentralen, etwa in Basel und Boston, wird empfohlen, hybride Remote-Arbeitsmodelle zu prüfen, um Nicht-EU-Talente zu halten, ohne Schweizer Bewilligungspflichten auszulösen. Gleichzeitig rechnen Personalvermittler mit verschärfter Konkurrenz um EU/EFTA-Kandidaten, die von der Personenfreizügigkeit profitieren, was in Grenzkantonen zu Lohnsteigerungen führen könnte. Blickt man voraus, wird der Bundesrat die Kontingente im November 2026 für den Zyklus 2027 erneut überprüfen. Lobbygruppen wie economiesuisse bereiten bereits Wirkungsanalysen vor, die den Produktivitätsverlust quantifizieren, falls das Kontingent nicht im Einklang mit dem BIP-Wachstum und demografischen Entwicklungen ausgeweitet wird.
Quelle: Swiss Observer
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