
Von 03:00 Uhr am 9. Juli bis 02:00 Uhr am 10. Juli legten Zugmanager, Lokführer und Bordpersonal von Italo – dem privaten Hochgeschwindigkeitsanbieter Italiens – für 23 Stunden landesweit die Arbeit nieder. Der Streik, der im offiziellen Streikregister des Verkehrsministeriums verzeichnet ist, führte zur Stornierung von etwa 60 % der 116 täglichen Italo-Verbindungen und zu erheblichen Verspätungen bei den verbleibenden Zügen. Die Strecke Rom–Mailand, eine wichtige Achse für Pendler und Geschäftsreisende am selben Tag, war am stärksten betroffen. Die Fahrzeiten verlängerten sich auf bis zu vier Stunden bei den wenigen verkehrenden „Guardia“-Zügen, statt der üblichen 2 Stunden und 55 Minuten. Periphere Verbindungen zwischen Turin, Neapel, Bologna und Venedig wurden komplett eingestellt, was die Fahrgäste zwang, auf bereits überfüllte Frecciarossa-Züge oder Fernbusse auszuweichen. Die Gewerkschaften USB Lavoro Privato und Or-SA kritisierten Übermüdung durch Schichtpläne, unzureichende Erholungszeiten zwischen den Diensten und Lohnerhöhungen, die hinter der 5 %igen Inflation in Italien zurückbleiben. NTV, die Muttergesellschaft von Italo, erklärte, man sei weiterhin zu Gesprächen bereit, müsse aber die Personalkosten angesichts steigender Energie- und Zugangskosten kontrollieren. Das Unternehmen bot gebührenfreie Umbuchungen oder volle Rückerstattungen an, warnte jedoch, dass die Verfügbarkeit von Sitzplätzen an Alternativterminen bis Mitte Juli stark eingeschränkt sei. Für globale Mobilitätsteams verdeutlicht der Streik die Verwundbarkeit des italienischen Premium-Bahnangebots, das oft als umweltfreundliche Alternative zu Kurzstreckenflügen beworben wird. Unternehmen mit wichtigen Mitarbeiterbewegungen zwischen den nördlichen Industrieregionen und Regierungsstellen in Rom sollten bei künftigen Streikankündigungen hybride Arbeitsmodelle oder flexible Übernachtungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Der Ausstand endete planmäßig um 02:00 Uhr am Freitag, doch Nachwirkungen in Form von Verspätungen hielten sich bis zum morgendlichen Berufsverkehr, während Züge und Personal neu positioniert wurden. Sollten die Verhandlungen scheitern, haben die Gewerkschaften ein legales Zeitfenster, um in 15 Tagen erneut zu streiken – was mit dem Sommerreiseverkehr kollidieren und den ohnehin belasteten italienischen Verkehrssektor zusätzlich unter Druck setzen könnte.