
Italiens Sommersaison im Reiseverkehr wurde am 9. Juli durch einen 24-stündigen Streik von Tausenden Flughafen- und Fluglinienmitarbeitern erschüttert, der den Betrieb an wichtigen Drehkreuzen wie Mailand-Malpensa, Rom-Fiumicino und Catania lahmlegte. Kabinenpersonal, Bodenabfertiger, Sicherheitskontrolleure und Fluglotsen mehrerer Gewerkschaften – darunter CUB Trasporti, UILTrasporti und UNICA – führten koordinierte Aktionen durch, um auf festgefahrene Tarifverhandlungen zu Löhnen, Dienstplänen und Personalstärke aufmerksam zu machen. Bis zum Nachmittag wurden über 450 Flüge gestrichen, viele weitere verzögert, was Airlines wie easyJet, Ryanair, Lufthansa und ITA Airways zwang, Passagiere umzubuchen oder zu erstatten. Geschäftsreisende berichteten von verpassten Kundenterminen und Anschlussflügen, während Frachtabfertiger vor einem Rückstau wertvoller Frischwaren warnten. Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC setzte die gesetzlich vorgeschriebenen „geschützten Slots“ von 7 bis 10 Uhr und 18 bis 21 Uhr durch, doch lange Warteschlangen vor den Terminals entstanden durch die zusätzlichen biometrischen Ein- und Ausreisekontrollen. Der Konflikt spiegelt eine europaweite Welle von Arbeitskämpfen in der Luftfahrt wider, mit Pilotenstreiks bei Lufthansa in Deutschland und Streikandrohungen des Bodenpersonals in Spanien für Ende Juli. Italienische Gewerkschaften argumentieren, dass die Erholung nach der Pandemie die Gewinne der Airlines steigen ließ, während die Löhne hinter der Inflation zurückblieben; die Unternehmensseite entgegnet, dass die Personalkosten bereits um 11 % gestiegen seien und weitere Erhöhungen die Rentabilität der Strecken gefährdeten. Für multinationale Unternehmen unterstreicht die Störung die Notwendigkeit robuster Reisemanagement-Richtlinien, flexibler Ticketoptionen und Notfallpläne für virtuelle Meetings. Mobilitätsmanager raten Führungskräften, bis Mitte Juli mindestens vier Stunden Pufferzeit einzuplanen und den Streikkalender des Verkehrsministeriums täglich zu verfolgen. Sollte keine Einigung erzielt werden, kündigten die Gewerkschaften einen zweiten 48-Stunden-Streik Anfang August an – mitten in der Haupturlaubszeit vieler Europäer. Langfristig sehen Beteiligte in chronischem Personalmangel und den neuen EU-biometrischen Ein- und Ausreisekontrollen anhaltenden Druck auf italienische Flughäfen. Arbeitgeber stehen vor der Wahl: höhere Gehälter zur Gewinnung von Personal oder anhaltende Arbeitskämpfe, die Italiens Ruf als verlässliches Tor für Tourismus und internationalen Handel gefährden könnten.
Quelle: World Socialist Web Site