
Cathay Pacific hat die Pläne zur Wiederaufnahme des täglichen Passagierflugs Hongkong–Dubai sowie der viermal wöchentlichen Flüge Hongkong–Riad auf Eis gelegt und verschiebt den Neustart vom 1. September auf den 25.–26. Oktober. Die Fluggesellschaft begründete die Entscheidung mit den „aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten“ nach einer Woche von Vergeltungsschlägen zwischen US-Streitkräften und iranisch unterstützten Milizen, die die Luftkorridore im Golfraum erschütterten. Die am 17. Juli spätabendlich verkündete Entscheidung verschiebt zudem die Wiederaufnahme der Cathay-Frachtflüge nach Riad, die ursprünglich für den 1. August geplant war. Passagiere mit Tickets für September erhalten kostenlose Rückerstattungen, Umbuchungen über Partnerfluggesellschaften oder können ihre Flüge nach Wiederaufnahme der Verbindungen neu buchen. Geschäftsreisende mit Projekten in Saudi-Arabien und den VAE sollten alternative Routen über Doha, Abu Dhabi oder Singapur prüfen, wo die Kapazitäten derzeit stabil sind. Der Nahost-Verkehr war eines der letzten Langstrecken-Segmente von Cathay, das noch nicht auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt war. Die Verschiebung zeigt, wie geopolitische Spannungen Hongkongs Erholung als Luftfahrtdrehkreuz gefährden können – gerade jetzt, wo der Flughafen 80 Prozent seines Passagieraufkommens von 2019 zurückerlangt hat. Luftfahrtexperten schätzen, dass die Verzögerung etwa 25.000 verfügbare Sitzplätze und 2.000 Tonnen lukrativer Frachtkapazität im wichtigen Herbstgeschäft verschiebt. Cathay erklärte, die Lage weiterhin genau zu beobachten und sich verpflichtet zu fühlen, das Streckennetz auszubauen, sobald Sicherheits- und wirtschaftliche Bedingungen stabil sind. Die Regierung Hongkongs, die über ein Rettungspaket aus der Pandemie 53 Prozent der Stimmrechte an Cathay hält, wurde über die Risikobewertung informiert, gab jedoch keine Anweisung zum Rückzug. Für in Hongkong ansässige Expats und regionale Hauptsitze, die auf Tagesverbindungen in den Nahen Osten angewiesen sind, ist die Situation eine Mahnung, Mobilitätsrichtlinien flexibel zu gestalten – etwa durch Multi-Carrier-Verträge, verlängerte Ticketgültigkeiten und virtuelle Einsatzoptionen – bis sich die geopolitischen Risiken entspannen.
Quelle: South China Morning Post