
Der politische Streit um den Kapazitätsausbau des Flughafens Zürich spitzte sich am Sonntag, den 19. Juli 2026, weiter zu, als der Gemeinderat von Glattfelden offiziell Einsprache gegen die geplante Verlängerung der Start- und Landebahnen einlegte. Damit reiht sich das Dorf mit 5.000 Einwohnern in eine Gruppe von mehr als einem Dutzend Gemeinden im Unterland ein, die Lärm-, Umwelt- und Entwicklungsbelastungen befürchten, falls die Ost-West-Bahn 10/28 und die Querbahn 16/34 verlängert werden. Der Flughafen Zürich argumentiert, dass die Verlängerungen – 120 Meter bei Bahn 10/28 und 280 Meter bei Bahn 16/34 – notwendig seien, um die Sicherheitsabstände bei widrigen Wetterbedingungen zu gewährleisten und staubedingte Verspätungen zu reduzieren, die das gesamte europäische Luftverkehrsnetz belasten. Für globale Mobilitätsmanager verspricht das Projekt pünktlichere Abflüge, weniger verpasste Anschlussflüge und mehr Resilienz bei Nebel, der den grössten Schweizer Flughafen oft lahmlegt. Airlines wie SWISS und Edelweiss unterstützen den Plan und betonen, dass längere Bahnen schwereren Langstreckenflugzeugen erlauben würden, auch während Hitzewellen im Sommer ohne Nutzlastbeschränkungen zu starten. Der Gemeinderat von Glattfelden verweist hingegen auf das kantonale Referendum von 2024, bei dem 51,46 % der Stimmberechtigten das Projekt ablehnten, und kritisiert, dass lokale Anliegen im laufenden Bundesplanungsverfahren ignoriert würden. Die Einsprache hebt insbesondere den erhöhten Überfluglärm und mögliche Änderungen der Startkorridore hervor, die sich negativ auf Immobilienwerte und Lebensqualität auswirken könnten. Gemäss Schweizer Recht muss das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) alle Einsprachen prüfen, bevor eine endgültige Bewilligung erteilt wird – ein Prozess, der den Baubeginn um 12 bis 18 Monate verzögern könnte. Für multinationale Unternehmen, deren Führungskräfte auf die Anbindung Zürichs angewiesen sind, birgt ein langwieriger Rechtsstreit das Risiko, dass die derzeitigen Kapazitätsengpässe länger bestehen bleiben. Flughafendaten zeigen, dass im Sommer 2025 durchschnittlich 22 Verspätungen pro 100 Abflüge registriert wurden – deutlich über dem Niveau vor der Pandemie. Reise-Management-Firmen begrüssen zwar den Kapazitätsausbau, warnen ihre Kunden jedoch, bis mindestens 2029 mit den bisherigen Einschränkungen zu rechnen, dem frühesten Fertigstellungstermin, falls das Projekt alle Einsprüche übersteht. Politische Analysten sehen in dem Fall einen Präzedenzfall dafür, wie lokale Gemeinden Einfluss auf die nationale Luftverkehrsinfrastruktur nehmen können. Da auch Basel und Genf Ausbaupläne verfolgen, beobachten Unternehmensmobilitätsplaner die Entwicklung genau; anhaltende Unsicherheiten könnten die Verlagerung des innerstaatlichen Zubringerverkehrs auf die Schiene beschleunigen oder einige Firmen dazu bewegen, interkontinentale Reisen über München oder Mailand zu routen. Das BAZL wird voraussichtlich bis Ende Herbst eine konsolidierte Stellungnahme zu allen Einsprachen veröffentlichen.
Quelle: Zueriunterland24