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Ferienverkehr sorgt für 12 Kilometer langen Stau am Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz

Juli 20, 2026
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Ferienverkehr sorgt für 12 Kilometer langen Stau am Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz
Die wichtigste Nord-Süd-Verkehrsachse der Schweiz, die A2 durch den Gotthard-Tunnel, kam am Sonntag, den 19. Juli 2026, erneut zum Stillstand. Laut dem Touring Club Schweiz (TCS) bildete sich kurz nach 11:30 Uhr am nördlichen Tunneleingang ein Rückstau von 12 Kilometern, was Wartezeiten von etwa zwei Stunden bedeutete. Auch auf der Nordfahrbahn kam es zu kleineren, aber dennoch erheblichen Verzögerungen mit Staus von bis zu sechs Kilometern.

Der Gotthard-Korridor ist nicht nur eine beliebte Sommerroute für Schweizer Urlauber, die nach Tessin und Italien reisen, sondern auch eine wichtige Verkehrsachse für den Güter- und Geschäftsverkehr zwischen Deutschland, der Nordschweiz und dem italienischen Markt. Die jüngste Stauentwicklung fällt in die Hochsaison der europäischen Schulferien, wenn zahlreiche deutsche, niederländische und skandinavische Touristen durch die Schweiz reisen.

Verkehrsexperten warnen, dass die Kapazitätsgrenzen im 17 Kilometer langen Einröhrentunnel kaum Spielraum für Nachfragespitzen lassen. Selbst kleinere Zwischenfälle wie Pannen führen schnell zu mehrstündigen Verzögerungen. Der TCS rät daher erneut allen Verkehrsteilnehmern – insbesondere zeitkritischen Fahrern wie Firmen-Shuttlefahrern und Logistikern – auf die Route über den A13 San-Bernardino-Tunnel auszuweichen oder Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten am Wochenende zu planen.

Ferienverkehr sorgt für 12 Kilometer langen Stau am Gotthard-Straßentunnel in der Schweiz


Spediteure, die zeitkritische Güter wie Pharmazeutika und Frischwaren transportieren, werden aufgefordert, die längeren Transitzeiten in ihre Just-in-Time-Lieferpläne einzubeziehen oder auf die Bahn über den 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel auszuweichen. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) erkennt die wiederkehrenden Engpässe an, betont jedoch, dass eine spürbare Entlastung erst mit der Fertigstellung des zweiten Straßentunnels im Jahr 2030 zu erwarten ist.

Bis dahin müssen Unternehmen, die auf alpenquerende Mobilität angewiesen sind, auf Echtzeit-Verkehrs-Apps und flexible Routen setzen. Hotels und Firmenreiseleiter informieren bereits proaktiv Gäste und Mitarbeiter, die von Mailand oder Zürich fliegen; mehrere multinationale Unternehmen gaben gegenüber lokalen Medien an, dass sie für Mitarbeiter, die an Sommerfreitagen südwärts fahren, eine zusätzliche Übernachtung im Tessin vorschreiben.

Analysten beobachten, dass die wiederkehrenden Staus zunehmend Einfluss auf die Standortwahl regionaler Distributionszentren nehmen: Mindestens zwei E-Commerce-Unternehmen prüfen dem Vernehmen nach Standorte nördlich der Alpen, um unvorhersehbare Verzögerungen auf der letzten Meile zu vermeiden. Kurzfristig bleibt Reisenden jedoch kaum eine andere Wahl als Geduld oder sehr frühe Abfahrten, wenn sie eine der verkehrsreichsten Alpenquerungen Europas passieren wollen.
Quelle: Nau.ch

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