
Ein schnell um sich greifendes Waldfeuer, das am 19. Juli in der Nähe von Draguignan (Var) ausbrach, breitete sich über Nacht aus und führte zur Evakuierung von 150 Bewohnern in Les Arcs-sur-Argens. Die SNCF musste am frühen Montag den Zugverkehr zwischen Toulon und Les Arcs einstellen. Bis zum Mittag des 20. Juli hatten mehr als 600 Feuerwehrleute, fünf Canadair-Wasserflugzeuge und vier Hubschrauber bereits 60 % des 200 Hektar großen Feuers eingedämmt. Dennoch blieben die Straßen gesperrt, und die regionalen Präfekten hielten die Warnstufe Orange wegen der Hitzewelle aufrecht. Für Verkehrsplaner ist das Timing ungünstig: Der Korridor Toulon–Nizza ist eine wichtige Verbindung zwischen Freizeit- und Geschäftsreisen und verbindet den Technologiecluster von Marseille mit Sophia-Antipolis und Monaco. Die gestörten TER- und TGV-Verbindungen könnten sich bis Mitte der Woche auf internationale Anschlüsse am Flughafen Nizza-Côte d’Azur auswirken, wo die Passagierzahlen bereits 12 % über dem Niveau von 2025 liegen. Klimabedingte Waldbrände stellen ein wiederkehrendes operatives Risiko dar. Im Jahr 2025 verzeichnete der französische Bahnoperator SNCF 87 streckenbedingte Sperrungen aufgrund von Bränden – doppelt so viele wie im Durchschnitt vor der Pandemie. Unternehmen mit Bauprojekten an der Küste oder Wohnraum für Expatriates im Var sollten ihre Evakuierungsprotokolle überprüfen und sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter im französischen FR-Alert-Zellbroadcast-System registriert sind, das kürzlich auch auf ausländische SIM-Karten ausgeweitet wurde. Das Innenministerium warnte, dass extreme Hitze und Mistralwinde neue Brandherde in der Provence entfachen könnten. Reiseversicherer für Geschäftsreisen schließen inzwischen routinemäßig Waldbrände, die als „bekannte Ereignisse“ gelten, 48 Stunden nach offiziellen Warnungen von der Deckung aus. Personalabteilungen, die Umzüge organisieren, sollten daher schnell handeln, falls eine Umleitung erforderlich wird.
Quelle: The Local France / AFP