
Die größte französische Fluglotsengewerkschaft SNCTA gab am 20. Juli 2026 bekannt, dass sie den für den 18. September angekündigten Streik vorerst aussetzt und stattdessen vom 7. bis 9. Oktober streiken wird, falls die Verhandlungen nicht vorankommen. Diese Entscheidung folgt auf den plötzlichen Zusammenbruch der Minderheitsregierung von François Bayrou in der vergangenen Woche, wodurch die Gewerkschaft, eigenen Angaben zufolge, „ohne Ansprechpartner“ bleibt, bis ein neuer Verkehrsminister und der künftige Leiter der Zivilluftfahrtbehörde (DGAC) am 1. Oktober ihr Amt antreten. Für Manager im Bereich Geschäftsreisen ist diese Verschiebung eine Erleichterung. Der ursprünglich geplante Streiktermin Mitte September fiel mitten in die geschäftigste Zeit der Nachsommertagungen und hätte tausende Stornierungen von Business-Class-Sitzen sowie Unterbrechungen der Verbindungen von der EU nach Afrika über Paris-CDG zur Folge gehabt. Das nun anvisierte dreitägige Streikfenster im Oktober stellt jedoch ein hohes Risiko für internationale Mobilitätsprogramme dar, insbesondere für Expatriate-Umzüge, die mit den Herbstferien in Frankreich zusammenfallen. Die SNCTA fordert Garantien bezüglich Personalstärke, Automatisierungsbudgets und einer längst überfälligen Reform der Streckengebühren. Frühere eintägige Streiks verursachten den Fluggesellschaften geschätzte 32 Millionen Euro an Entschädigungen für Verspätungen und erhöhtem Treibstoffverbrauch. Ein 72-stündiger Streik könnte weitreichendere Folgen haben, vor allem für Nordatlantikflüge, die auf französischen Luftraumkorridoren angewiesen sind, sowie für Frachtcharter mit just-in-time gelieferten Autoteilen. Personalverantwortliche sollten Reisende mit wichtigen Terminen im Oktober dazu anhalten, flexible Tickets zu buchen oder alternative Bahnverbindungen wie Eurostar oder TGV Air über Lille in Betracht zu ziehen. Unternehmen, die in dieser Woche Mitarbeiter umziehen, sollten mögliche Verzögerungen bei Haushaltsgütern und zusätzliche Kosten für Zwischenunterkünfte einkalkulieren. Die Verhandlungen werden voraussichtlich nach der Vereidigung der neuen Regierung wieder aufgenommen. Beobachter weisen darauf hin, dass die SNCTA beim letzten Rückzug einer Streikankündigung – im Juni 2024 während des Wahlkampfs – innerhalb weniger Wochen erneut streikte, was die Ernsthaftigkeit der Oktober-Drohung unterstreicht.
Quelle: UVET France
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