
Nach einem erfolglosen letzten Treffen mit der Geschäftsleitung am 23. Juli haben alle vier Kabinengewerkschaften bei easyJet Frankreich (SNPNC-FO, UNPNC-CFDT und weitere) gemeinsam eine unbefristete Streikankündigung für Ende Juli und den gesamten August eingereicht. Dies könnte zu erheblichen Störungen an den Flughäfen Paris-Orly, Lyon, Nizza und Toulouse während der Hauptreisezeit führen. Die Gewerkschaften beklagen eine „beispiellose“ Instabilität bei den Dienstplänen, die oft kurzfristig geändert werden, und dass das Personal „in alle Ecken Europas“ geschickt wird, ohne ausreichende Ruhezeiten. Gefordert werden eine Begrenzung auf maximal drei Dienstplanänderungen pro Monat, ein Ende der unfreiwilligen „Versetzungen“ sowie eine neue Zulage für Nachtflüge. Die Vorschläge der Geschäftsleitung wurden als „unzureichend und nur darauf ausgelegt, Zeit zu gewinnen“ kritisiert, so die gemeinsame Erklärung. Nach französischem Arbeitsrecht müssen einzelne Mitarbeiter ihre Streikteilnahme 48 Stunden im Voraus bestätigen, weshalb die Ausfälle in Wellen eintreten werden. Reisebüros raten ihren Kunden, Buchungen (PNRs) genau zu beobachten und gegebenenfalls auf Air France, Transavia oder die Bahn umzubuchen. Da easyJet etwa 15 % des inner-europäischen Geschäftsreisemarkts ab Frankreich hält, könnte der Streik auch auf Wettbewerber übergreifen, wenn betroffene Passagiere nach Alternativen suchen. Firmen-Mobilitätsteams sollten Reisende daran erinnern, dass EU261-Entschädigungsregeln gelten, jedoch erst nach Ausschöpfung aller Umbuchungsmöglichkeiten; verhandelte Firmenraten können geschützte Kontingente bei SkyTeam-Partnern enthalten. Arbeitgeber mit zeitkritischen Einsätzen im Juli und August sollten alternative Routen über Brüssel, Genf oder Barcelona prüfen und zusätzliche Pufferzeiten einplanen. Der Konflikt verdeutlicht zudem die angespannten Arbeitsbeziehungen im französischen Luftfahrtsektor, wo inflationsbedingte Lohnforderungen und Überlastung bei Dienstplänen bereits Streikdrohungen bei Transavia und Bodenabfertigungsfirmen ausgelöst haben. Personalabteilungen mit entsandten Mitarbeitern in der Luftfahrtlieferkette sollten Notfallpläne für den Personaleinsatz bereithalten, falls sich die Unruhen ausweiten.
Quelle: TourMaG
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