
Die indische Generaldirektion für Schifffahrt (DGS) hat am 24. Juli stillschweigend ihre Richtlinien zum Biometrischen Seefahrer-Identitätsdokument (BSID) aktualisiert, um die Einführung der Smartcards vor der Hauptsaison für den Crewwechsel im September zu beschleunigen. Das BSID, das der ILO-Konvention 185 entspricht, ist seit 2019 verfügbar, doch die Ausgabe von Karten stagnierte bei etwa 400.000 – deutlich unter der aktiven Seefahrerzahl Indiens von 750.000. Die überarbeitete Webseite klärt die Anspruchsvoraussetzungen (jeder Inder mit gültigem Continuous Discharge Certificate und Reisepass), beschreibt einen zehnstufigen Online-Antragsprozess und führt ein neues Zahlungssystem ein, das UPI und internationale Karten akzeptiert. Besonders wichtig: Antragsteller können biometrische Termine an den neun Sammelstellen nun bis zu zweimal ohne Verlust der Gebühr von ₹300 verschieben – eine Erleichterung für Vertragscrews, die oft kurzfristige Einsatzbefehle erhalten. Die DGS hat zudem die Versandzeit der Karten auf zwei Arbeitstage nach der Biometrie-Erfassung verkürzt und arbeitet mit India Post für eine landesweite Sendungsverfolgung zusammen. Für maritime Personalagenturen und Öl- und Gasunternehmen mit schwimmenden Anlagen reduziert das Update Verzögerungen bei Trockendockaufenthalten, die durch unterschiedliche Anforderungen an die Ausweisdokumente der Hafenstaaten entstehen. Häfen wie Singapur und Rotterdam verlangen zunehmend ILO-185-konforme Ausweise für Landpässe; Crews mit nur Papier-CDC riskieren, an Bord festgehalten zu werden oder teure Begleitgebühren zahlen zu müssen. Arbeitgeber sollten die Dokumente ihrer Crews überprüfen und BSID-Termine mindestens vier Wochen vor internationalen Einsätzen planen. Die DGS deutet zudem eine strengere Ausreisekontrolle ab Oktober an, wenn Einwanderungsbeamte QR-Codes der SID mit der e-Navik-Datenbank abgleichen werden.
Quelle: Directorate General of Shipping